Statements von Personen des öffentlichen Lebens aus der Region anlässlich der Proteste gegen den Naziaufmarsch

Das Bündnis „Zivilcourage und Menschenrechte“ im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt lädt am 1. Mai 2015, anlässlich des überregionalen Neonazi-Aufmarsches in Saalfeld, alle Menschen aus der Region ein, nicht wegzuschauen, sondern sich gemeinsam an den unterschiedlichsten Protestaktionen zu beteiligen und sich zu einer weltoffenen, vielfältigen und solidarischen Gesellschaft zu bekennen. Auch einige bekannte Personen aus der Region positionieren sich hierzu. Hier ein paar Beispiele:

Marko Wolfram, Landrat im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt:
„Ich setze mich ein für eine Kultur des Willkommens in unserem Landkreis, ich möchte, dass sich die hier lebenden Menschen wohl fühlen und Gäste gern zu uns kommen und sich auch Fremde hier gut aufgehoben fühlen.“

Jörg Reichl, Bürgermeister der Stadt Rudolstadt:
„Ich unterstütze die Proteste am 1. Mai gegen den Naziaufmarsch in Saalfeld und werde persönlich dabei sein, um ebenfalls deutlich zu machen, dass wir im Städtedreieck eine weltoffene und tolerante Gemeinschaft sind, die rechtsradikalem Gedankengut eine klare Absage erteilt.“

Sieglinde Beier-Camara & Redaktion MARCUS Verlag:
„In Saalfeld sollte keiner Angst haben müssen, auf der Straße unterwegs zu sein – nicht am 1. Mai und an keinem anderen Tag des Jahres. Wir unterstützen die Aktionen des Bündnisses für Zivilcourage und Menschenrechte, die zeigen, dass rechte Hetze nicht einfach hingenommen wird, sondern sich viele Menschen für ein friedliches Miteinander und das gemeinsame Suchen von Lösungen einsetzen.“

Silvio Bergmann & Kay Sprenger, Restaurant K*Star Saalfeld:
„Lieber Menschenrechte, als rechte Menschen! – WIR für ein buntes Saalfeld.“

Weltumradler Axel Brümmer & Peter Glöckner, Verlag Weltsichten in Kaulsdorf:
„Wir sind gerade in Guayana, einem Land mit Hindus, Moslems, Indianern, Afrikanern und Europäern. Ein tolerantes Miteinander ist möglich!“

Didi Bujack, Radio SRB:
„Ich bin am 1. Mai mit dabei: für eine menschliche, tolerante, weltoffene & freundliche Heimat im Städtedreieck, ohne Diskriminierung, Geringschätzung, pauschale Vorurteile & Gewalt. Denn „aufrecht stehen“ ist eine Haltung des Körpers – Zivilcourage ist eine Geisteshaltung!“

Andreas Grünschneder, Fraktionschef DIE LINKE im Kreistag:
„Wir alle haben uns auseinanderzusetzen mit Geschichtsrevisionismus und mit allen Ideologien, die von einer Ungleichwertigkeit der Menschen ausgehen. Deswegen bin ich am 1. Mai an der Seite des Bündnisses für Zivilcourage und Menschenrechte im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt.“

Tischlerei Hantschel, Saalfeld:
„Wir stehen für ein friedvolles und harmonisches Miteinander. Deshalb unterstützen wir die Proteste am 1. Mai.“

Heaven Shall Burn, Hardcore-Band aus Saalfeld:
„Wir unterstützen die Proteste gegen den Naziaufmarsch am 01.05. in Saalfeld, weil Rassismus, Faschismus, Antisemitismus, Homophobie und sämtliche anderen menschenfeindlichen Geisteshaltungen nirgends auf der Welt akzeptiert werden dürfen.“

Dr. R. Heerdegen, langjähriger Arzt im Saalfelder Krankenhaus:
„Ich unterstütze die Proteste am 01. Mai in Saalfeld/Saale gegen den Naziaufmarsch, weil diese Unverbesserlichen nichts aus der Geschichte gelernt haben und dies auch nicht wollen!“

Dr. Dirk Henning, Direktor des Saalfelder Museums:
„Wer sich wie ich jeden Tag mit unserer Geschichte beschäftigt, der weiß: ‚Wehret den Anfängen!‘ Freiheit, Menschenrechte und Demokratie müssen stets aufs Neue verteidigt werden.“

John Kallenbach, Kickboxer:
„Sport verbindet Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion und Hautfarbe. Im Sport sind wir alle gleich. Lasst uns gemeinsam gegen Rassismus vorgehen und für mehr Toleranz kämpfen.“

Steffen Mensching, Intendant des Thüringer Landestheater Rudolstadt:
„Unantastbar: Artikel 1 des deutschen Grundgesetz.“

Matthias Graul, Bürgermeister der Stadt Saalfeld

„Wir pflegen in unserer Stadt seit Jahren eine Kultur des Miteinanders. Die Zivilgesellschaft Saalfelds steht für gegenseitige Achtung und Toleranz, Solidarität und Rücksichtnahme sowie für die selbstbewusste, freie Entfaltung aller Bürger und Einwohner. Fremdenfeindliches und rassistisches Denken und Handeln werden nicht akzeptiert und nicht einfach hingenommen. Deshalb werden wir allen Versuchen, hier braunes Gedankengut zu verbreiten, bestimmt entgegentreten. Neonazis, die aus unserer Geschichte nichts gelernt haben, haben in Saalfeld nichts verloren. Dafür setze ich mich aus Überzeugung ein und nehme deshalb an der Demonstration ‚Für eine solidarische Gesellschaft, Vielfalt und Weltoffenheit statt Neonazimus und Fremdenhass – Saalfeld stellt sich quer‘ teil.“

Petra Rottschalk, Tanz & Folkfest / TTF:
„Ich unterstütze die Proteste am 1. Mai gegen den Naziaufmarsch, weil ich mir einen bunten, weltoffenen Landkreis wünsche. Den Ausländer Schiller hätte es nie hierher verschlagen, wenn nicht eine gastfreundliche Thüringer Familie ihm Asyl gewährt hätte.“

Christian Sparsbrod, Pfarrer und Klinikseelsorger:
„Ich unterstütze die Proteste am 1. Mai, weil ich mich verbunden weiß mit Menschen wie Dietrich Bonhoeffer und vielen anderen, die vor mehr als 70 Jahren Widerstand geleistet haben gegen eine faschistische Ideologie. Ich möchte nicht, dass Deutschland ein zweits Mal von Nazis zerstört wird, vor allem nicht die Demokratie in Deutschland und Europa. Menschen, die bei uns Asyl suchen, brauchen unserer Hilfe mit Essen und Trinken, Kleidung, Obdach und Zuwendung. Das sind für mich christliche Werte.“

Steffen Teichmann, Life Fitness & Gesundheitsclub Saalfeld:
„Die Unterstützung der Proteste gegen den geplanten „Naziaufmarsch“ am 1. Mai ist für mich selbstverständlich. Jeder Bürger der möchte, dass sich dieses „braune Kapitel unserer Geschichte“ nicht wiederholt, muss am 1 Mai aktiv werden.“

Die Auflistung ist natürlich nicht vollständig, zahlreiche weitere Persönlichkeiten aus der Region wollen die Proteste am 1. Mai unterstützen, auch die Bürgermeister der Städte Bad Blankenburg und natürlich Saalfeld. Weitere Statements werden am 1. Mai ausgehangen, z.B. auf der Demokratiemeile ab 10 Uhr am Markt.

– Zur Überblick-Seite 1. Mai 2015 / Saalfeld geht es hier lang

Aufruf zum Protest am 1. Mai 2015 in Saalfeld

1. Mai 2015 – Saalfeld stellt sich quer – Gemeinsam gegen den Naziaufmarsch

querFür den 1. Mai 2015 mobilisiert die Neonazi-Szene zu einer überregionalen Demonstration nach Saalfeld. Die äußerst rechte Partei „Der Dritte Weg“ und die Neonazi-Szene im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt wollen mit mehreren Hundert Anhängern durch die Innenstadt marschieren, um dort ihre menschenfeindlichen Parolen zu verbreiten. Das nehmen wir nicht hin und rufen dazu auf, am 1. Mai, aber auch an allen anderen Tagen im Jahr, eine klare Position zu beziehen und Zivilcourage zu zeigen. Wir sagen Nein zum Verharmlosen, Wegschauen und Verschweigen und treten für eine weltoffene Gesellschaft ein, in der rassistische, nationalistische, sexistische, antisemitische Positionen und andere Formen der Diskriminierung keinen Platz haben.

Kein „importiertes“ Problem – Neonazi-Szene im Landkreis

Während in den 1990ern Neonazis in der Region sehr offensiv auftraten, haben sich die Erscheinungs– und Organisationsformen in den letzten Jahren phasenweise geändert. Statt große öffentlichen Aktionen fanden vor allem konspirative Musikveranstaltungen und Treffen, Bedrohungen und Schmierereien statt. Seit dem Auffliegen des „Nationalsozialistischen Untergrundes“ (NSU) 2011 erweiterten sich die Aktivitäten auch auf Unterstützungs- und Geldsammelaktionen für den inhaftierten mutmaßlichen NSU-Helfer Ralf Wohlleben, welche maßgeblich aus dem Landkreis heraus ausgingen. Zudem existieren Überschneidungen mit Rockergruppierungen und Bereichen der organisierten Kriminalität. Alleine in den letzten fünf Jahren führten Strafverfolgungsbehörden mehrfach Ermittlungen gegen lokale Neonazis wegen dem illegalen Besitz von Schusswaffen sowie geplanten (Brand-)Anschlägen und anderen Gewalttaten durch. Öffentlich wahrnehmbarer hingegen traten jene Menschenfeinde mit Flugblattaktionen und Internetbeiträgen in sozialen Netzwerken in Erscheinung, wodurch sie größere Reichweiten erzielen konnten. Bei zurückliegenden Wahlen stachen die Ergebnisse von rechtspopulistischen und äußerst rechten Parteien im Landkreis heraus, wie die der NPD, welche sowohl bei der Landtagswahl 2009 als auch 2014 -trotz landesweitem Abwärtstrend- bei über 6% (Wahlkreisstimme, NPD) lagen.

Ressentiments auch in der Mitte der Gesellschaft

Die neonazistische Szene ist jedoch nur ein Teil des Problems. Nicht weniger schlimm ist die Verbreitung rassistischer Positionen in der Mitte der Gesellschaft. Die jährliche Thüringen Monitor-Studie kam für das Jahr 2014 zu dem Ergebnis, dass knapp die Hälfte (48%) der Thüringerinnen und Thüringer Deutschland für „gefährlich überfremdet“ halten, obwohl der Anteil von Ausländern, gemessen an der Gesamtbevölkerung Thüringens, nur bei 2,3% liegt. Ein Drittel denkt, Ausländer kämen nur, „um den Sozialstaat auszunutzen“; fast gleich viele unterscheiden Menschen in wertvolles und unwertes Leben; jeder sechste sieht gute Seiten im Nationalsozialismus und jeder Siebte hält eine Diktatur für die bessere Staatsform. Die Diskussionen um Unterkünfte geflüchteter Menschen im Landkreis, aber auch in Internetkommentarspalten von Lokalzeitungen, sprechen hier Bände und spiegeln die Ergebnisse der Studie eindrucksvoll wider. Nachdem bekannt wurde, dass eine Erstaufnahmeeinrichtung für Asylsuchende in Rudolstadt eingerichtet werden könnte, sprossen dubiose Bürgerinitiativen aus dem Boden, flankiert von Plakaten und entsprechender Stimmungsmache. Als 2014 kurzfristig in Saalfeld-Unterwellenborn eine Unterkunft errichtet wurde, folgten Bedrohungen, Sachbeschädigungen und Hetzschriften, während bei Diskussionen zum Thema nicht selten Flüchtlinge zu Objekten degradiert und zur Projektionsfläche des Wohlstandschauvinismus wurden.

Für eine weltoffene, vielfältige und solidarische Gesellschaft

Die Demonstration von „Dritten Weg“ am 1. Mai in Saalfeld richtet sich unter anderem gegen eine vermeintliche „Überfremdung“, fordern wollen sie außerdem ein „Ausländerrückführungsprogramm“, kündigten die Veranstalter vom „Dritten Weg“ selbst an. Bei der Partei handelt es sich um eine Ersatzstruktur für den im Jahr 2014 verbotenen Verbund von neonazistischen Kameradschaften namens „Freies Netz Süd“. Der „Dritte Weg“ inszeniert sich als wesentlich radikalere Alternative zur NPD und knüpft noch offener an die NS-Ideologie an. Seit über einem Jahr verfolgt die ursprünglich aus Bayern stammende Partei Expansionsbestrebungen und will auch in Thüringen sesshaft werden. Unter den geplanten Rednern befinden sich Führungspersonen vom „Dritten Weg“ sowie verurteilte rechtsradikale Schläger und Holocaustleugner. Wir wollen diesen Neonazi-Aufmarsch nicht widerspruchslos hinnehmen und sagen Nein zu Neonazismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit in unserer Region und anderswo. Gemeinsam mit den unterschiedlichsten Akteuren wollen wir einstehen für eine vielfältige und weltoffene Gesellschaft. Geflüchtete Menschen aus anderen Ländern verdienen unseren Schutz und unsere Solidarität statt blanken Hass und Ausgrenzung. Egal ob am Stammtisch, auf Facebook oder bei derartigen Aufmärschen – wir widersetzen uns Ideologien der Ungleichwertigkeit des menschlichen Lebens im öffentlichen, politischen und kulturellen Raum. Neonazis und anderen Menschenfeinden treten wir entschlossen entgegen. Dabei respektieren wir die unterschiedlichen Aktionsformen vom Zeichen setzen, über kreativen Protest bis hin zum zivilen Ungehorsam. Wir wollen keinen Naziaufmarsch in Saalfeld und werden dies am 1. Mai bunt, lautstark und vielfältig deutlich machen.

Für den 1. Mai gibt es in Saalfeld u.a. folgende Anlaufpunkte (vorläufig):

Veranstaltungen am 1. Mai in Saalfeld gegen den Nazi-Aufmarsch

UhrzeitWasWo
9 UhrGroß Demonstration „Für eine solidarische Gesellschaft, Vielfalt und Weltoffenheit statt Neonazimus und Fremdenhass“ - „Saalfeld stellt sich quer“Bahnhof Saalfeld Richtung Innenstadt
ab 9 UhrDürerparkfest (mit Nachmittagsprogramm)Dürerpark
ab 9 UhrInfopoint / Kundgebung SchlossparkSchlosspark
ab 9 UhrAn der Scholl-SchuleKundgebung zum Gedenken an die Geschwister Scholl
ab 9 Uhr„Garten der Demokratie“ (Grüne)Saumarkt
ab 9 UhrOffene Johanneskirche, zu jeder vollen Stunde eine ökumenische PredigtJohanneskirche Saalfeld
ab 10 UhrDemokratiemeile und DGB-Veranstaltung „Die Arbeit der Zukunft gestalten wir“Obere Straße, Blankenburger Straße, Teil des Marktplatzes
ab 10 UhrStraßenfest GorndorfAlbert Schweitzer Straße
ab 10.30 UhrBrunch der Kirchen SaalfeldKirchplatz vor der Johanneskirche Saalfeld

Aufruf vom Bündnis „Zivilcourage und Menschenrechte“ im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt & Vorbereitungskreis 1. Mai

Aktuelle Informationen zum geplanten Neonaziaufmarsch

Aktuelle Informationen zu den geplanten Protestaktionen

– Zur Überblick-Seite 1. Mai 2015 / Saalfeld geht es hier lang

1. Mai 2015 – Saalfeld stellt sich quer – Gemeinsam gegen den Naziaufmarsch

querÜberblickseite 1. Mai.

30.4. Kartenmaterial für den 1. Mai zum ausdrucken / Infonummer / Ticker-Daten

29.4.: Wichtige Information: geplante Neonazi-Route Sonneberger Straße & Helenenstraße in Saalfeld

Aktuelle Informationen zum geplanten Neonazi-Aufmarsch

Aktuelle Informationen zu den geplanten Protestaktionen

Bahnanreisezeiten Thüringen + Übernachtung Saalfeld

Den Überblick zu Straßensperrungen liefert die OTZ

Den Aufruf zur Teilnahme an den Protesten

Eine Materialrubrik mit Bannern und Flyern

Statements von Personen des öffentlichen Lebens aus der Region anlässlich der Proteste gegen den Naziaufmarsch

Ein mehrsprachiges Flugblatt für Geflüchtete und Migrant_innen (Arabisch/Persisch/Englisch/Russisch/Serbokroatisch)

Für den 1. Mai 2015 mobilisiert die äußerst rechte Szene zu einem überregionalen Aufmarsch nach Saalfeld. Die Demonstration wird unter anderem von der Neonazi-Partei „Der III. Weg“ organisiert, welche eine Nachfolgestruktur der inzwischen verbotenen Gruppierung „Freies Netz Süd“ darstellt.
Mehrere Hundert Teilnehmer*innen werden zu dem Aufmarsch ab 11 Uhr durch die Innenstadt erwartet.

Das Bündnis „Zivilcourage und Menschenrechte“ im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt (ZUMSARU) ruft dazu auf am 1. Mai, und auch an allen anderen Tagen im Jahr, Neonazis und anderen Menschenfeind*innen entschlossen und mit vielfältigen Aktionen entgegenzutreten. Ideologien der Ungleichwertigkeit des menschlichen Lebens, Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit dürfen keinen Platz im öffentlichen, politischen und kulturellen Raum haben – auch nicht auf den Straßen in Saalfeld!

Die ersten Gegenveranstaltungen wurden bereits angemeldet, doch für einen erfolgreichen Protest braucht es auch deine Unterstützung. Mach mit – gemeinsam, gegen Nazis und Rassist*innen, für Vielfalt und eine solidarische Gesellschaft!

Das Bündnis bereitet derzeit mit weiteren Akteur*innen eine Vielzahl an Veranstaltungen und Aktivitäten für den 1. Mai und den Wochen im Vorfeld vor. In Kürze wird es hier weitere Informationen geben.

Weiteres:
1. Pressemitteilung vom Bündnis zum 1. Mai und Informationen zur Neonazi-Demo (5. März 2015)

Informationen zum Dritten Weg

Selbstverständnis vom Bündnis ist online

BÜNDNIS „Zivilcourage und Menschenrechte“ im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt / Selbstverständnis

Das Bündnis „Zivilcourage und Menschenrechte“ im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt wurde im Herbst 2014 von Menschen aller Altersgruppen gegründet und umfasst engagierte Privatpersonen und Vertreter_innen aus Vereinen und Initiativen, Kirchen, Parteien, Jugendarbeit, Politik, Wirtschaft und Schulen. Unser Bündnis ist parteiunabhängig, hier treffen sich Menschen unabhängig von ihrer politischen, kulturellen oder religiösen Prägung. Uns eint jedoch der Anspruch, uns für Menschlichkeit, Vielfalt, Zivilcourage und Solidarität stark zu machen. Unser Bündnis lädt ausdrücklich weitere Partner ein.

Wir registrieren, dass in unserer Region zunehmend und offen rassistische Äußerungen, gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit aber auch Neonazismus in verschiedenen Formen zutage treten. Wir widersetzen uns Ideologien der Ungleichwertigkeit des menschlichen Lebens im öffentlichen, politischen und kulturellen Raum. Wir engagieren uns gegen jegliche Form von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und menschenverachtendem Gedankengut, gegen alte und neue Nazis, Fremdenfeindlichkeit, Nationalismus, Sexismus, Homophobie, Antisemitismus und Antiziganismus.

Wir treten Neonazis und anderen Menschenfeinden entschlossen und mit vielfältigen Aktionen entgegen. Den so genannten ‘Extremismusbegriff’ betrachten wir als kontraproduktiv. Wir sagen Nein zum Verharmlosen, Wegschauen und Verschweigen und wir sagen Nein zur Bewertung von Menschen nach Nützlichkeitskriterien.

Wir stehen ein für eine gelebte Willkommenskultur und unterstützen die Aufklärung und Sensibilisierung der Bevölkerung über menschenverachtende und antidemokratische Einstellungen. Deswegen unterstützen wir die Förderung von alternativen Kulturen und demokratische Bildung.

Als Bündnis wollen wir dazu beitragen, die Menschen in unserer Region zu einem aktiven Eintreten für Weltoffenheit und Demokratie, gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung zu motivieren.

Proteste gegen Rechts auf dem Saalfelder Markt erfolgreich

Das sich gerade konstituierende Bündnis für Toleranz und Zivilcourage, gegen Neonazis und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt resümiert die Proteste am 8. September 2014 auf dem Saalfelder Markt als gelungenes und starkes Zeichen für eine tolerante, weltoffene, vielfältige und demokratische Gesellschaft. Über 250 Bürgerinnen und Bürger demonstrierten auf dem Markt gegen eine angemeldete NPD-Kundgebung, doch die Neonazis kapitulierten vor dem Protest und wagten sich nicht in die Innenstadt. Bereits gegen 11.30 Uhr entsandte der NPD-Kreisverband Saalfeld-Rudolstadt über das soziale Netzwerk „Facebook“ eine Warnung an die anreisenden Neonazis, sie mögen besser nicht in die Innenstadt kommen.

Dort hatten sich zahlreiche Menschen aus verschiedensten Altersgruppen und gesellschaftlichen Schichten versammelt, um mit Redebeiträgen, dutzenden Schildern und Transparenten sowie mit Protest in verschiedensten Variationen gegen die NPD und ihre rassistischen Parolen zu demonstrieren. Kurzfristig verlegte die NPD ihren Veranstaltungsort

nach Gorndorf, wo ca. 20 Personen an der neonazistischen Kundgebung teilnahmen. Um die Innenstadt machten sie einen weiten Bogen. Das Bündnis stuft die selbstgewählte Kundgebungs-Verlegung der NPD als ersten Teilerfolg ein und bedankt sich bei allen anwesenden Menschen für ihre Teilnahme. „Wir werden weiter daran arbeiten, dass Neonazis und Rassisten der verschiedensten Couleur nirgendwo ungestört ihre menschenverachtenden Hetzparolen verbreiten können und rufen auch dazu auf, am kommenden Mittwoch dem 10. September um 13 Uhr die Proteste gegen die NPD-Kundgebung in Rudolstadt nahe dem Markt zu unterstützten“, so Thomas Endter, stellvertretend für das Bündnis.

Gerade vor dem Hintergrund der hohen Ergebnisse zur letzten Landtagswahl im Jahr 2009 für neonazistische Kandidaten im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt ruft das Bündnis dazu auf, Neonazis keine Stimme zu geben. Die Wahl extrem rechter Parteien sei weder eine politische Alternative noch Protest.

Bündnis im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt ruft zum Protest gegen NPD-Kundgebungen am 8.9. & 10.9. in Saalfeld und Rudolstadt auf

Nazi Gegendemo

Aufruf an alle Menschen im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt:  Setzen Sie mit uns gemeinsam ein Zeichen – für eine weltoffene, vielfältige und demokratische Gesellschaft! Für Toleranz und Zivilcourage, gegen Menschenverachtung und Neonazismus. Wir Bürgerinnen und Bürger, Vertreter aus Vereinen und Initiativen, Kirche, Jugendarbeit, Politik, Wirtschaft und Schulen aus dem Landkreis Saalfeld-Rudolstadt verfolgen das Ziel, eine dauerhafte landkreisweite Vernetzung von Menschen zu realisieren, die sich für Zivilcourage und gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit  einsetzen. Wir registrieren, dass in unserer Region zunehmend und offen rassistische Äußerungen, gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit aber auch Neonazismus in verschiedenen Formen zutage treten. Die NPD und andere rechte Gruppen, wie das “Freie Netz Saalfeld” vertreten  offen eine menschenverachtende Ideologie. Das tolerieren wir nicht! Wir sagen NEIN, wenn Menschen aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Hautfarbe, ihrer ethnischen oder sozialen Herkunft, ihrer äußerlichen Erscheinung, ihrer Sprache, Religion oder Weltanschauung, Behinderung oder sexuellen  Orientierung bedroht, beleidigt oder ausgegrenzt werden. Wir sagen NEIN zu jeglicher Form des Antisemitismus und Alltagsrassismus. Weiterlesen:

Wir protestieren gegen den zunehmenden Neonazismus und die NPD-Kundgebungen am 8. und 10. September 2014in Saalfeld und Rudolstadt. Dieses Statement ist ein erster Schritt des Bündnisses.  Für eine tolerante, weltoffene, vielfältige und demokratische Gesellschaft! Setzen Sie gemeinsam mit uns ein deutliches Zeichen!

Am Montag dem 8.9. 2014 um 16 Uhr Wo?  Saalfeld, Marktplatz

Am Mittwoch dem 10.09.2014 um 13 Uhr Wo? Rudolstadt, In Marktnähe

Unterstützer/innen:

Lokaler Aktionsplan Saalfeld (LAP)
Grenzenlos. Verein für Menschenrechte e.V.
Vertreter_innen der Evangelischen Kirche
Klubhaus e.V.
Vertreter_innen aus der Jugendarbeit
Antifaschistisches Jugendbündnis Saalfeld
Aktionsbündnis Rudolstadt
Engagierte Bürger_innen und Bürger im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt
Freundeskreis Schlossberg 1 e.V.
Breitband- und Mobilfunkinitiative Saalfelder Höhe
Unser Kreis ans Netz – Breitbandinitiative Saalfeld-Rudolstadt
Jugend- und Wahlkreisbüro Haskala
SPD KV Saalfeld-Rudolstadt
DIE LINKE KV Saalfeld Rudolstadt
GRÜNE KV Saalfeld-Rudolstadt
Piraten Thüringen
Jusos Saalfeld-Rudolstadt
Vertreter_innen der Industrie und Wirtschaft im Landkreis
Jugendnetzwerk Bad Blankenburg
Aktive Mitglieder des Arbeitskreises Migration-Integration
Bundesverband Initiative gegen digitale Spaltung -geteilt.de- e.V.