Filmvorführung und Podiumsdiskussion „Das blinde Auge – Ein Todesfall in Thüringen“ am 19. September in Bad Blankenburg

19. September 2018
18 Uhr – 1. Teil Filmvorführung im Fröbelsaal, Rathaus,  Bad Blankenburg
19 Uhr – 2. Teil Podiumsdiskussion im Vortragsraum Kunstkreis Bad Blankenburg

Pressemitteilung


An Himmelfahrt 2001 wurde in Bad Blankenburg der 29-jähre Axel U. getötet.

An Himmelfahrt 2001 wurde in Bad Blankenburg der 29-jähre Axel U. getötet, von einem Neonazi.

An Himmelfahrt 2001 wurde in Bad Blankenburg der 29-jähre Axel U. getötet, von einem stadtbekannten Neonazi.

An Himmelfahrt 2001 wurde in Bad Blankenburg der 29-jähre Axel U. getötet, von einem stadtbekannten Neonazi, dem Verbindungen zum Neonazinetzwerk „Thüringer Heimatschutz (THS)“ nachgewiesen wurden. Dem THS werden enge Verflechtungen zur Terrororganisation „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) zugeschrieben.

„Das blinde Auge – Ein Todesfall in Thüringen“ heißt der Dokumentarfilm der Filmpirat*innen, der sich mit dem Fall des getöteten Axel U. aus Bad Blankenburg und der Einordnung dieser Straftat befasst. Denn diese Einordnung kann höchst unterschiedlich ausfallen. Nach offiziellen Angaben wird der Fall nicht unter politisch motivierter Kriminalität geführt. Politik, lokale Medien und die Polizei waren nach der Tat zu dieser Auffassung gekommen. Die Filmpirat*innen recherchierten über Monate und wollen entsprechend der Rechercheergebnisse die Einordnung des Verbrechens neu aufrollen.

Am 19. September wird der Film ab 18 Uhr im Fröbelsaal des Rathauses in Bad Blankenburg (Markt 1, 07422 Bad Blankenburg) im Rahmen der Jungleweek gezeigt. Im Anschluss folgt ab 19 Uhr eine Podiumsdiskussion im Vortragsraum des Kunstkreises Bad Blankenburg (Apostelgasse 1, 07422 Bad Blankenburg). Beide Veranstaltungsteile sind kostenfrei. Dem Podium gehören
Silke Streipert (Zeitzeugin aus dem Film)
Thomas Endter (zumsaru)
Andreas Kämpf (Pfarrer Evang.-Luth. Kirchengemeinde Bad Blankenburg)
Rainer Kräuter (MdL DIE LINKE, zuvor Polizeibeamter)
Jan Smendek (Regisseur des Films, Gründer Filmpiraten*innen)
an.

Moderiert wird die Veranstaltung von:
Ilona Helena Eisner (Institut Gleich)

 

Entsprechend § 6 Abs. 1 VersG sind Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, von der Versammlung ausgeschlossen.

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Geraspora Veranstaltungshinweis

Twitter Veranstaltungshinweis

Podiumsdiskussion „Anstieg rechter Gewalt und wie Zivilgesellschaft reagieren soll“

Am 3. September veranstaltet das Bündnis „Zivilcourage und Menschenrechte“ im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt (zumsaru) im Vortragsraum des Stadtmuseums Saalfeld um 18.30 Uhr eine Podiumsdiskussion zum Thema „Anstieg rechter Gewalt und wie Zivilgesellschaft reagieren soll“.

In eineinhalb Stunden diskutieren Robert Rutkowski (Blogger und Journalist aus Dortmund), Heike Döbler (Bürger*innen für Zivilcourage Kahla), Thomas Endter (zumsaru) und Gabriel (Gruppe Divergenz, Saalfeld) mit Moderatorin Carolin Hutter (Jugendredaktion Radio SRB) über das Erstarken rechter Netzwerke und deren Versuch die errungene Demokratie abzuschaffen, die Reaktion der Zivilgesellschaft darauf und über zukünftige Handlungsstrategien. Ebenfalls auf dem Podium vertreten ist Sven Peter von der Opfer*innenberatung ezra. Im Mittelpunkt der Diskussion steht dabei der Anstieg rechter Gewalt, der nach einer statistischen Erhebung der Opfer*innenberatung ezra im ersten Halbjahr 2016 im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt thüringenweit am höchsten war.

Jan Rabel vom Bündnis „Zivilcourage und Menschenrechte“: „Die gestiegene Anzahl rechter  Gewalttaten und die enorme Bereitwilligkeit der rechten Szene zu Übergriffen auf alle Menschen die sich nicht in deren Ideologie einfügen, bilden ein terroristisches Klima geprägt von niedersten  Instinkten. Betroffene rechter Gewalt sind junge Menschen genauso wie alte Menschen, Personen die optisch als „links“ vermutet werden, ebenso Personen die „zur falschen Zeit am falschen Ort“ zugegen waren. Verbal und tätlich Angegriffene, Überlebende rechter Gewalttaten verdienen unsere uneingeschränkte Solidarität, dies sollte die Zivilgesellschaft vermitteln.“

Des Weiteren bietet die Veranstaltung die Möglichkeit sich aus dem Publikum heraus in die Diskussion einzusteigen, Fragen zu stellen und Erfahrungen einzubringen.

Das Bündnis lädt alle interessierten Menschen herzlich zur Diskussion ein, macht jedoch deutlich, dass entsprechend § 6 Abs. 1 VersG Personen, die äußerst rechten Parteien oder Organisationen angehören, der äußerst rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, sind von der Veranstaltung ausgeschlossen.

Unser Podium am 3. September

Robert Rutkowski (korallenherz)
Mit diesem Blogpost geben wir einen kurzen Überblick über die Gäste zur Podiumsdiskussion „Anstieg rechter Gewalt und wie Zivilgesellschaft reagieren soll“ am 3. September im Stadtmuseum Saalfeld/Saale.

Auf dem Podium

Robert Rutkowski
Als Blogger ist Robert Rutkowski bereits seit Jahren mit seinem Blog Gedankensplitter zu Themen wie Antifaschismus, Asyl und Politik aktiv. Er twittert unter dem Namen korallenherz u.a. über die Aktivitäten der rechten Szene und über Protestaktionen gegen eine der aktivsten Neonazizusammenschlüsse Deutschlands in Dortmund. Rutkowski ist Mitarbeiter von Birgit Rydlewski und Torsten Sommer (Beide für die Piraten*innenfraktion im nordrhein-westfälischen Landtag) und seit einigen Monaten journalistisch tätig. Letztere Tätigkeit richtet den Fokus auf die Berichterstattung von öffentlichen Auftritten der Neonazizusammenschlüsse im Ruhrgebiet.
Robert Rutkowski (korallenherz)
Robert Rutkowski (korallenherz)
Heike Döbler
Unter anderem bei den „Bürger*innen für Zivilcourage Kahla“ und bei der „Täglich Brot Insel“ engagiert sich Heike Döbler für ein menschliches Miteinander und ein Leben in Würde aller Menschen. Sie positioniert sich dabei klar und deutlich gegen die weitere Festigung von Neonazistrukturen in der Region und fordert von allen demokratischen Teilen der Zivilgesellschaft ein entschlossenes Wirken gegen die Naziszene ein.
Heike Döbler
Heike Döbler
Thomas Endter
Engagement für eine couragierte Zivilgesellschaft zeigt Thomas Endter im Bündnis „Zivilcourage und Menschenrechte“ im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt (zumsaru), das er zeitweise als Pressesprecher vertrat. Mit Texten gegen Verschwörungstheorien und für die Stärkung demokratischer Ideen im Gegensatz zu völkischen Weltbildern wirkt er an der Positionierung des Bündnisses auf vielfältigen Ebenen mit.
Thomas Endter
Thomas Endter
Gabriel
Gabriel vertritt die Gruppe Divergenz, die sich theoretisch vor allem mit dem Nationalsozialismus und dessen Nachleben in der Demokratie auseinandersetzt. Im öffentlichen Raum veranstaltet die Gruppe, oft mit gegenseitiger Unterstützung von zumsaru, Veranstaltungen in der Region Saalfeld-Rudolstadt.
Gabriel
Gabriel

Die aufgeführten Podiumsgäste wurden bereits aus der rechten Szene bedroht oder gar angegriffen.

Sven Peter
Erweitern wird unser Podium Sven Peter von der Opfer*innenberatungsstelle ezra. Einen erneuten Anstieg rechter Gewalt verzeichnete die Beratungsstelle im ersten Halbjahr 2016, die meisten Übergriffe und Anfeindungen fanden dabei im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt statt.

ezra - Sven Peter
Sven Peter (ezra)

Moderation

Carolin Hutter
In der Jugendredaktion des Radio SRB nimmt Carolin Hutter vielfältige Aufgaben wahr. Zuletzt moderierte sie die beliebte Veranstaltung Jugend trifft Politik im Klubhaus der Jugend in Saalfeld.

Carolin Hutter
Carolin Hutter

Keine Toleranz gegenüber rechten Strukturen und deren Unterstützungskreise

DUEGIDA_CC-BY_Buendnis_90_Die_Gruenen_Nordrhein-Westfalen

»Ob im Städtedreieck oder auf dem Land, Nazi-Netzwerken und deren Sympathisant*innen keinen Raum geben«

Zu dem für Freitag um 18.00 Uhr geplanten Jahresabschlusstreffen im Uhlstädter Gasthaus „Zum Goldenen Roß“ bringt das Bündnis „Zivilcourage und Menschenrechte“ im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt deutliche Worte zum Ausdruck.

Gegen viele der Organisator*innen und Unterstützer*innen von „PEGIDA“ und dem thüringischen Ableger „THÜGIDA“ laufen aktuell Ermittlungsverfahren, nicht selten wegen Volksverhetzung. Die Nazi-Szene wirbt für die Veranstaltung im Internet derzeit mit Udo Voigt (Europaabgeordneter für die NPD), der neben dem ebenfalls mehrfach vorbestraften NPD-Landesorganisationsleiter und Kopf der „THÜGIDA“-Bewegung David Köckert zahlreiche Neonazis zu deren hetzerischen Reden nach Uhlstädt ziehen wird. Möglich ist ebenfalls die Teilnahme des Ronneburger Holocaustleugers Christian Bärthel. Aufgefallen ist dieser besonders durch den menschenverachtenden Vorschlag, Gegendemonstrant*innen, die sich gegen Neonazis positionieren, in Arbeitslagern „therapieren“ zu wollen. Komplettiert wird die Unterstützung der „THÜGIDA“ aktuell mit Axel Schlimper aus Haselbach bei Sonneberg, der ebenfalls als Hetzer gegen Jüd*innen bekannt ist und zudem als Thüringer Leiter der Holocaustleugner*innen-Vereinigung „Europäische Aktion“ aktiv ist.

Für Freitag erwartet das Bündnis in und um Uhlstädt eine Vielzahl äußerst rechter Gewalttäter*innen. Bereits im März diesen Jahres wurde die „THÜGIDA“-Bewegung völlig zurecht durch das Thüringer Innenministerium als rechtsextrem eingestuft.

Durch die aggressiven „THÜGIDA“-Aufmärsche kommt es vermehrt zu Übergriffen gegen Gegendemonstrant*innen, Polizei, Presse und unbeteiligten Menschen. Barbara Muthmann vom Bündnis hierzu: „Nach vier Nazi-Aufmärschen im Oktober und November sowie dem größten Nazi-Aufmarsch am 1. Mai in Saalfeld ist klar, dass äußerst rechte Bewegungen ihre Strukturen in der Region festigen und ausbauen wollen. Dies zu verhindert gelingt nur mit einer engagierten Zivilgesellschaft.“ Uta Schmid, ebenfalls vom Bündnis fügt an: „Wer Nazis eine Bühne bietet, positioniert sich deutlich und reiht sich in ein rassistisches und menschenverachtendes Weltbild ein. Wir appellieren daher an alle Menschen in der Region Nazis den öffentlichen, kulturellen und politischen Raum nicht ohne Widerspruch zu überlassen.“

Bei Anfragen rechter Organisationen bzw. bei der Vermutung einer getarnten rechten Veranstaltung, empfiehlt das Bündnis, sich an die Polizei (Abt. Kriminalpolizei/Staatschutz) oder an die Mobile Beratung in Thüringen MOBIT (www.mobit.org) zu wenden.

Bild: DUEGIDA_CC-BY_Buendnis_90_Die_Gruenen_Nordrhein-Westfalen

Podiumsdikussion 31.8. Saalfeld: „Der 1. Mai und seine Folgen“

Seit dem 1. Mai 2015 ist nun schon einige Zeit vergangen. Die schockierenden Bilder sind bei vielen Teilnehmenden und Beobachtern der Proteste gegen den Naziaufmarsch in Saalfeld noch immer präsent, ebenso auch einige offene Fragen. Wie konnte es dazu kommen, dass gewaltbereite Neonazis ohne Polizeibegleitung vom Bahnhof in die Stadt liefen und dabei mehrere Menschen durch Übergriffe schwer verletzt wurden? Warum konnten mehrere Hundert Neonazis durch die Stadt marschieren und mehrfach Gegendemonstrant*innen, Journalist*innen und Polizisten*innen attackieren? Welche Strategien verfolgten Ordnungsbehörden, Polizei und Gegendemonstranten an dem Tag? Wie kann die Sicherheit der Zivilgesellschaft künftig bei Protesten gewährleistet werden? Welche Strategien entwickeln Politik, Verwaltung, Sicherheitsbehörden und Gesellschaft -auch im Landkreis- nach dem die Neonazi-Partei „Der Dritte Weg“ ihren ersten Thüringer Stützpunkt in Raum Saalfeld gründete und weitere Aktivitäten durchführt? Und wie treten wir künftig für eine weltoffene und vielfältige Gesellschaft in unserer Region ein?

Diese und weitere Fragen werden Thema der Podiumsdiskussion sein:

Montag 31. August 2015 in Saalfeld, Zeit: 18 bis 20 Uhr

im Sitzungssaal vom Bürger- und Behördenhaus, Markt 6, 07318 Saalfeld.

Gäste auf dem Podium:

Hans-Peter Goltz, Polizeidirektor der Landespolizeidirektion Thüringen
Matthias Quent, Soziologe der FSU Jena und Augenzeugen der
Neonazi-Gewalt am 1. Mai
Marko Wolfram, Landrat vom Landkreis Saalfeld-Rudolstadt
Thomas Endter, Pressesprecher Bündnis „Zivilcourage und Menschenrechte“, Anmelder der Demonstration „Saalfeld stellt sich quer“
Dirk Löther, Leiter der Landespolizeidirektion Saalfeld
Katharina König, Landtagsabgeordnete (Die Linke), Anmelderin der
Spontan-Kundgebung am Heinrich-Böll-Gymnasium
Vertreter*in Versammlungsbehörde, Landkreis Saalfeld-Rudolstadt
Kristin Pietrzyk, Anwältin für Versammlungsrecht, vertritt Opfer der
Neonazi-Gewalt am 1. Mai in Saalfeld

Moderation: Kathrin Schuchardt (freiberufliche Demokratiepädagogin)

Entsprechend § 6 Abs. 1 VersG sind Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in
Erscheinung getreten sind, von der Veranstaltung ausgeschlossen.

Flyer:

flyer-podium

Infoveranstaltung 25.04.2015: »Was erwartet uns am 1. Mai?«

Normalerweise läuft der 1. Mai mit den zwei Festen im Dürer- und Schlosspark eher ruhig ab. In diesem Jahr wird allerdings einiges anders. Mehrere Hundert Neonazis aus der Region und aus Deutschland reisen an, um ihre Hassparolen zu skandieren. Dagegen mobilisiert ein breites Vorbereitungsbündnis vielfältige Proteste, um deutlich zu machen, dass Rassismus und NS-Verherrlichung keinen Platz in unserer Gesellschaft haben.

Doch was passiert am 1. Mai genau? Wo sind Veranstaltungen? Welche Protestformen gibt es? Wie kann ich mich einbringen? Was bedeutet „Ziviler Ungehorsam“ (z.B. auf die Straße setzen oder stehen bleiben) und wie geht die Polizei damit um? Darüber informiert das Bündnis „Zivilcourage und Menschenrechte“ am Samstag im Stadtmuseum.

Im Podium anwesend sind Thomas Endter (Bündnissprecher), Bernhard Hecker (DGB Saalfeld-Rudolstadt), Stefan Heerdegen (MOBIT e.V. – Mobile Beratung Thüringen) und der Versammlungsrechtsexperte Steffen Dittes (Vorsitzender des Innenausschusses im Thüringer Landtag).

Zu dieser Veranstaltung laden wir alle Interessierten ein.

Beginn: 14 Uhr
Ort: Stadtmuseum Saalfeld, Vortragsraum, Münzplatz 5, 07318 Saalfeld/Saale
Der Eintritt ist kostenfrei.

Entsprechend § 6 Abs. 1 VersG sind Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, von der Veranstaltung ausgeschlossen.