Kein Schlussstrich NSU-Komplex aufklären und auflösen!

Kein Schlussstrich NSU-Komplex aufklären und auflösen!

Bundesweiter Aktionstag am Mittwoch den 11. Juli 2018.

Kundgebung in Saalfeld auf dem Boulevard von 10 bis 18 Uhr

Kein Schlussstrich NSU-Komplex aufklären und auflösen!

Mit einer Kundgebung auf dem Saalfelder Boulevard wollen wir auf die Verkündung des Urteils im NSU-Prozess (weitere Informationen) aufmerksam machen und deutlich zeigen, dass es nach diesem Urteil keinen Schlussstrich geben kann. Es bleiben viel zu viele Fragen offen. Eine lückenlose Aufklärung, die von höchster politischer Stelle versprochen wurde, gibt es bis heute nicht und das nach 5 Jahren NSU-Prozess. Die Opfer und Betroffenen des NSU leiden weiter und es liegt an uns, sie dabei nicht alleine zu lassen!

Wir müssen den Finger in die Wunde legen und auch gerade hier, vor unserer Haustür, wo noch heute viele ehemalige Mitglieder des „Thüringer Heimatschutz“ wohnen zeigen, dass es uns nicht egal ist, was mit unseren Mitmenschen passiert.

Ab 10 Uhr gibt es eine Kundgebung auf dem Saalfelder Boulevard, um mit Passant*innen ins Gespräch zu kommen und in der Öffentlichkeit sichtbar zu sein.

„last days of april“ – Ein moderner Beitrag gegen Geschichtsrevisionismus, der mit Opfermythen aufräumt.

CC BY-NC-SA 2.0 Dave Levy

Das Bündnis „Zivilcourage und Menschenrechte“ im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt unterstützt die am 30. März gestartete Kampagne „last days of april“, die mit fünf Vorträgen und zwei Kundgebungen einen Beitrag zur historischen Aufklärung und Einordnung, um den Geschichtsrevisionismus und nivellierendes Gedenken entgegenzuwirken. Die Kampagne nimmt in ihren Veranstaltungen dabei vor allem Bezug auf die Stadt Saalfeld.

Am ersten Vortrag, der sich mit dem ersten Weltkrieg, der Nachkriegszeit und dem Weg in den nationalsozialistischen Vernichtungskrieg befasste, nahmen ca. 50 Menschen im Klubhaus der Jugend in Saalfeld teil. Der zweite Vortrag „Saalfeld im Nationalsozialismus und jüdisches Leben in Saalfeld vor der Shoah“, der ebenfalls im Klubhaus der Jugend stattfand, war mit etwa 30 Teilnehmenden ebenfalls gut besucht.

Einem Aufruf zur Kundgebung unter dem Motto „Deutsche Täter sind keine Opfer! Gegen Geschichtsrevisionismus und nivellierendes Gedenken“ am 9. April folgten mehr als 40 interessierte Menschen. In verschiedenen Beiträgen gingen die Redner*innen auf die Rolle Saalfelds während der NS-Zeit ein und legten dar, dass die Bombardierung Saalfelds eine militärische Notwendigkeit der Alliierten zur Verkürzung des nationalsozialistischen Vernichtungskrieges war.

Lea Saarbrücken vom Bündnis: „Verschwörungstheorien und Geschichtsrevisionismus haben aktuell nicht nur in den sozialen Netzwerken Hochkonjunktur. Aufmärsche und Gedenkveranstaltungen der äußerst rechten Szene halten uns vor Augen, dass den Täter*innen, die sich im Vernichtungswahn einer kriegsbefürwortenden Volksgemeinschaft für den sogenannten „Endsieg“ einsetzen, erneut gehuldigt wird.“

Eine weitere Säule des Rechtsrucks in der Gesellschaft stellen aus Sicht des Bündnisses wiederkehrende antisemitische Erklärungs- und Verhaltensmuster dar. Die Kampagne „last days of april“ griff dieses Thema in einem am 19. April im Klubhaus der Jugend stattgefundenen Vortrags unter dem Motto „Antisemitismus – Mehr als ein Vorurteil“ auf. Mit 30 Menschen war dieser erneut gut besucht.

In einem weiteren Vortag geht die Kampagne am 4. Mai um 17.00 Uhr im Jugend- und Stadtteilzentrum Saalfeld-Gorndorf mit dem Thema „Deutsche Gedenkpolitik – Von Vernichtungslagern zu Bildungsanstalten“ auf die Art und Weise der in Deutschland betriebenen Aufarbeitung des NS-Vernichtungskrieges ein und hinterfragt dabei die Wirksamkeit der eingeschlagenen Strategie.

Den 8. Mai, als Tag der Befreiung, begeht die Kampagne um 15.30 Uhr mit einer Kundgebung mit Sektempfang (ohne Alkohol) auf dem Saalfelder Marktplatz. Die Veranstaltung wirbt mit dem Motto „Tag der Befreiung – Wir haben Grund zu feiern“ und soll an die Kriegsniederlage Nazideutschlands, das die Welt erneut in einen Weltkrieg gerissen hatte, erinnern. Das mit Redebeiträgen hervorgehobene zentrale Thema soll die Vergegenwärtigung des Endes der nationalsozialistischen Vernichtungsmaschinerie sein. Vordergründig soll erinnert werden wie diese von Deutschen, militärisch sowie zivil, industriell betrieben und gefördert wurde.

Abschließen wird die Veranstaltungsreihe am 11. Mai mit dem Vortrag „Die Beziehungen des NSU in die Region Saalfeld-Rudolstadt – von der Kameradschaft Jena, zur Anti-Antifa Ostthüringen hin zur nationalsozialistischen Terrorzelle“. Beginn ist 16.30 Uhr im Jugend- und Stadtteilzentrum im Saalfelder Stadtteil Gorndorf. Nach den Vorträgen bieten die Veranstaltungen stets genug Raum für Fragen und Diskussionen.

Ausführliche Informationen zur Kampagne und die Vorträge bzw. Redebeiträge können Online abgerufen werden. Zudem stellte die Kampagne die Vorträge als Audiomitschnitte auf Soundcloud bereit.

Bündnis unterstützt Kampagne „last days of april“

Aufruf Kundgebung 9. April 2016 16 Uhr Saalfeld Marktplatz

„last days of april“

Die Kampagne „last days of april“ möchte einen Beitrag für Aufklärung und geschichtliche Bildung unter Verwendung valider Quellen leisten und setzt somit ein deutliches Zeichen gegen Geschichtsrevisionismus, nivellierendes Gedenken und Deutsche Opfermythen. Mit insgesamt sieben Veranstaltungen, darunter fünf Vorträgen und zwei Kundgebungen, wird in Saalfeld eine vielfältiges Veranstaltungsangebot geschaffen. Das Bündnis „Zivilcourage und Menschenrechte“ im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt (zumsaru) unterstützt die Kampagne auf verschiedenen Wegen und lädt alle interessierten Menschen zur Teilnahme an den Veranstaltungen ein.

 

Veranstaltungen

30.03.2016 ab 16.30 Uhr Vortrag mit anschließender Diskussionsmöglichkeit – Klubhaus der Jugend: ,,Der erste Weltkrieg, die Nachkriegszeit und der Weg in den nationalsozialistischen Vernichtungskrieg.“

06.04.2016 ab 17.00 Uhr Vortrag mit anschließender Diskussionsmöglichkeit – Klubhaus der Jugend: ,,Saalfeld im Nationalsozialismus und jüdisches Leben in Saalfeld vor der Shoah“

09.04.2016 von 16.00 bis 18.00 Uhr Kundgebung – Saalfeld/Marktplatz: ,,Deutsche Täter sind keine Opfer! Gegen Geschichtsrevisionismus und nivellierendes Gedenken“

19.04.2016 ab 16.30 Uhr Vortrag mit anschließender Diskussionsmöglichkeit – Klubhaus der Jugend: ,,Antisemitismus – Mehr als ein Vorurteil“

04.05.2016 ab 17.00 Uhr Vortrag mit anschließender Diskussionsmöglichkeit – Jugend- und Stadtteilzentrum Gorndorf: ,,Deutsche Gedenkpolitik – Von Vernichtungslagern zu Bildungsanstalten“

08.05.2016 ab 15.30 bis 18.00 Uhr Kundgebung/Sektempfang – Saalfeld/Marktplatz: ,,Tag der Befreiung – Wir haben Grund zu feiern“

11.05.2016 ab 16.30 Uhr Vortrag mit anschließender Diskussionsmöglichkeit – Jugend- und Stadtteilzentrum Gorndorf: ,,Die Beziehungen des NSU in die Region Saalfeld-Rudolstadt – von der Kameradschaft Jena, zur Anti-Antifa Ostthüringen hin zur nationalsozialistischen Terrorzelle“

 

Vorträge zum Nachhören

Auf Soundcloud werden die Vorträge der Kampagne zum Nachhören online gestellt.

Infos

Weiterführende Hinweise und Hintergrundinformationen können der Kampagnen-Website entnommener werden. Zudem haben die Veranstalter*innen eine Broschüre geplant, die Inhalte der Vorträge zusammenfasst.

Nazis in Rudolstadt kein Podium bieten

Wenige  Tage nach den Protesten gegen die äußerst rechte „THÜGIDA“-Bewegung  ruft das Bündnis „Zivilcourage und Menschenrechte“ für den 4. April zum  erneuten Gegenprotest gegen „THÜGIDA“ und ihren Ableger „Wir lieben  Ostthüringen“ auf.

Während  sich die nationalistischen Zusammenschlüsse erst ab 18.00 Uhr auf dem  Busbahnhof in Rudolstadt einfinden, startet der erste Gegenprotest  bereits 16.00 Uhr mit einer Veranstaltung auf dem Marktplatz. Erweitert  wird der Gegenprotest mit einer ab 17.00 Uhr stattfindenden  Veranstaltung auf dem Anger am Platz der Opfer des Faschismus. Zudem sind eine weitere  Veranstaltung an der Gemeinschaftsunterkunft Rudolstadt, ebenfalls ab  17.00 Uhr und ein Infostand vor der Kleiderkammer (Marktstraße 1)  angemeldet.

Lea  Saarbrücken vom Bündnis hierzu: „In Rudolstadt könnten die Ansichten nach einer solidarischen Gesellschaft aktuell nicht verschiedener sein.  Neben viel Empathie und Einsatz für Menschen, die wegen  menschenunwürdiger Bedingungen ihr Land verlassen mussten, erstarken in  Rudolstadt derzeit rechte Netzwerke, deren Solidarität sich lediglich  auf einen völkisch-nationalistischen Kontext bezieht und die nicht  selten kräftige Unterstützung aus dem Umland erhalten. Diese Netzwerke  schüren mit ihrer menschenfeindlichen Ideologie Ängste und Hass.  Sichtbar wird diese Feststellung durch die Zunahme von hasserfüllten  Internetbeiträgen, hetzerischen Reden auf Demonstrationen und  Schmierereien im Stadtbild, deren Inhalt sonst auf den T-Shirts und  Transparenten der Demonstrationsteilnehmer*innen zu lesen sind.“

Neben  dem Aufruf zum Protest hält das Bündnis eine offenere und  entschlossenere Thematisierung rechter Strukturen für angebracht. Die  Entwicklung des NPD-Landesverbandes, die Entstehung des „Thüringer Heimatschutzes“, die Verstrickungen des „Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU)“ und der rechte Szenetreff „Die Bar“ führen der  Gesellschaft vor Augen, welche Folgen die Festigung rechter Netzwerke  haben können.

Jan  Rabel: „Der erneute Aufbau der „Anti Antifa Ostthüringen“, die zuletzt  vor dem Jugend- und Wahlkreisbüro „haskala“ in Saalfeld ihre  Aggressivität zur Schau stellte und die Gründung der  völkisch-nationalistischen Gruppe „Wir lieben Saalfeld-Rudolstadt“ zeigt  uns, dass die Vernetzung der rechten Szene schnell voranschreitet und  bereits neuen Zulauf erhalten hat. Besonders der zuletzt genannte  Zusammenschluss versucht mit seinem Namen Menschen aus der sogenannten  „bürgerlichen Mitte“ zu gewinnen. Dahinter ist jedoch ebenfalls das Ziel  antidemokratischen Handelns erkennbar, denn auch diese Initiative ist  mit der vom Innenministerium als rechtsextrem eingestuften „THÜGIDA“-Bewegung eng vernetzt.“

Mehr Infos zu Gegenprotesten am 4. April

Mit Herz und Verstand gegen hirnlose Hetze

Das Bündnis „Zivilcourage und Menschenrechte“ im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt organisiert zum 29. März erneut einen vielfältigen und schlagfertigen Protest gegen die bevorstehende Hetz-Kundgebung der äußerst rechten „THÜGIDA“-Bewegung und ruft die Zivilgesellschaft zur entschlossenen Mitwirkung auf.

Jan Rabel vom Bündnis: „Der kurzfristige Aufruf der „THÜGIDA“-Bewegung überrascht uns nicht, auch ist uns von Anfang an klar, dass durch die Organisator*innen von „THÜGIDA“ kurz nach dem Osterfest die Ereignisse des Kirchenjahres zur Rechtfertigung völkischer Hetze instrumentalisiert werden. Ich nenne dieses Vorgehen widerwärtig und stelle mich den Nazis egal an welchem Ort in unserer Region vehement entgegen.“

Als Gegenveranstaltung hat das Bündnis für 17.00 Uhr auf dem Marktplatz eine Kundgebung angemeldet, die unter dem Motto „Für eine humane Gesellschaft kämpfen – gegen Nazis handeln“ zum lautstarken Gegenprotest einlädt. Zudem findet um 18.00 Uhr ein Friedensgebet in der Johanneskirche statt. Neben Reden der Menschen aus dem Bündnis, die sich gegen die Ausweitung rechter Strukturen richten, bewirbt das Bündnis die am 30. März beginnende Kampagne „last days of april“, die sich mit verschiedenen Veranstaltungen mit den Themen „Saalfeld im Nationalsozialismus“, „Jüdisches Leben in Saalfeld vor der Shoah“, „Antisemitismus“, „Deutsche Gedenkpolitik mit Bezug auf den 8. Mai“ und „Beziehungen des NSU in die Region Saalfeld-Rudolstadt und Saalfeld als Ort der extremen Rechten in den 90er Jahren“ befasst und mit 7 Events bis Mitte Mai deutlich zeigt, dass Geschichtsrevisionismus und immer beliebter werdenden deutschen Opfermythen entgegengewirkt werden muss.

Als weiterer Ankündigungsteil soll auf die Buchlesung „Deutschland, deine Nazis“ vom Autor Sören Kohlhuber, die am 21. April um 21.00 Uhr im Schloßberg 1 in Saalfeld stattfindet, aufmerksam gemacht werden.

Neben der Arbeit gegen Rechts liegt der Schwerpunkt des Bündnisses in der Unterstützung Geflüchteter. Barbara Muthmann hierzu: „Dankenswerterweise bietet die Kundgebung am Dienstag die Möglichkeit verschiedene Unterstützungsangebote darzustellen und weitere Unterstützer*innen zu gewinnen. Die auf Rassismus begründete „THÜGIDA“-Bewegung hat mit ihren menschenverachtenden, völkisch und esoterischen Parolen dagegen keinen Raum verdient.“

Weitere Infos:
Ticker zu den Veranstaltungen in Saalfeld:
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#2903slf

Infoveranstaltung 24.04.2015: »Thüringer NSU-Untersuchungsausschuss 2.0: Viele offene Fragen und Verbindungen in den Landkreis Saalfeld-Rudolstadt«

Ein neuer NSU-Untersuchungsausschuss wird sich im April 2015 im Thüringer Landtag konstituieren, um die neonazistische Mordserie bzw. mögliches Behördenversagen in Thüringen weiter aufzuklären. Schon der erste Ausschuss führte bis 2014 umfangreiche Untersuchungen durch und offenbarte dabei auch zahlreiche Verbindungen aus dem Umfeld des NSU-Kerntrios in den Landkreis Saalfeld-Rudolstadt.

Viele Fragen sind weiterhin offen und müssen aufgeklärt werden, dazu gehören zum Beispiel der Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter aus Oberweißbach, Verbindungen der Neonazis zum Milieu der organisierten Kriminalität sowie die Abläufe des 4. November 2011 in Eisenach, als sich Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos nach ihrem letzten Banküberfall in einem Wohnwagen das Leben nahmen.

Wenn am 1. Mai 2015 Neonazis durch Saalfeld marschieren wollen, werden dort auch Unterstützer*innen der im Münchener NSU-Prozess angeklagten Terrorhelfer dabei sein. Über die Ausschussarbeit, bisherige Ergebnisse und anstehende Untersuchungen berichten Dorothea Marx (SPD) und Katharina König (DIE LINKE), Mitglieder im alten und neuen Thüringer NSU-Untersuchungsausschuss.

Wir laden alle Interessierten zu dieser am Freitag, den 24. April 2015, stattfindenden Infoveranstaltung ein.

Beginn: 18 Uhr
Ort: Bürger- und Behördenhaus Saalfeld, 2. Etage, Markt 6, 07318 Saalfeld/Saale
Der Eintritt ist kostenfrei.

Entsprechend § 6 Abs. 1 VersG sind Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, von der Veranstaltung ausgeschlossen.