Empfehlung: Filmvorführung „Wir sind Juden aus Breslau“

„Wir sind Juden aus Breslau“ heißt der bewegende Dokumentarfilm, der am 6. November, 19 Uhr, im Cineplex Saalfeld und am 7. November, 10 Uhr, im Cineplex Rudolstadt kostenfrei zu sehen ist.

Im Mittelpunkt stehen hierbei 14 Zeitzeug*innen, die neben dem Erlebten während des Naziterrors auch von ihren Erfahrungen bis zur Gegenwart berichten. Ebenso wird ein Blick in die Zukunft gerichtet.

Anwesend wird an diesen Tagen auch Regisseurs Dirk Szuszies sein. In Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt, der Integrationsmanagerin des Landkreises Nina Asanovski, der Partnerschaft für Demokratie Saalfeld-Rudolstadt und der Diakoniestiftung läuft der Film als Sondervorführung.

 

Vortragsreihe: Kritik der Pädagogik

Gage Skidmore CC BY-SA 2.0

Die Gruppe Divergenz beschäftigt sich in der Vortragsreihe „Kritik der Pädagogik“ mit dem Bildungssystem in totalitären Staaten, der Sonderpädagogik und dem aktuellen Bildungssystem. Interessante Ansichten und Diskussionen finden ab dem 11. Oktober im Klubhaus der Jugend statt.

11.10.2016 | 16:30 Uhr | Klubhaus Saalfeld
Die schwarze Pädagogik des Islamismus – Gegenaufklärung und Erziehung zu Antisemitismus

19.10.2016 | 18:00 Uhr | Klubhaus Saalfeld
Kritik des Bildungssystems und die Bildungskrise der Gegenwart

25.10.2016 | 18:00 Uhr | Klubhaus Saalfeld
Die Kritik der Sonderpädagogik – zwischen Kollektivzwang,
wirklicher Unterstützung und (vermeintlicher) Bevormundung

1.11.2016 | 18:00 Uhr | Klubhaus Saalfeld
Die Euthanasie im Nationalsozialismus und deren Nachleben in der Demokratie

 

2016-10-05_kritik_der_paedagogik

Beitragsbild von  Gage Skidmore CC BY-SA 2.0Donald Trump at CPAC 2011 in Washington, D.C.

„last days of april“ – Ein moderner Beitrag gegen Geschichtsrevisionismus, der mit Opfermythen aufräumt.

CC BY-NC-SA 2.0 Dave Levy

Das Bündnis „Zivilcourage und Menschenrechte“ im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt unterstützt die am 30. März gestartete Kampagne „last days of april“, die mit fünf Vorträgen und zwei Kundgebungen einen Beitrag zur historischen Aufklärung und Einordnung, um den Geschichtsrevisionismus und nivellierendes Gedenken entgegenzuwirken. Die Kampagne nimmt in ihren Veranstaltungen dabei vor allem Bezug auf die Stadt Saalfeld.

Am ersten Vortrag, der sich mit dem ersten Weltkrieg, der Nachkriegszeit und dem Weg in den nationalsozialistischen Vernichtungskrieg befasste, nahmen ca. 50 Menschen im Klubhaus der Jugend in Saalfeld teil. Der zweite Vortrag „Saalfeld im Nationalsozialismus und jüdisches Leben in Saalfeld vor der Shoah“, der ebenfalls im Klubhaus der Jugend stattfand, war mit etwa 30 Teilnehmenden ebenfalls gut besucht.

Einem Aufruf zur Kundgebung unter dem Motto „Deutsche Täter sind keine Opfer! Gegen Geschichtsrevisionismus und nivellierendes Gedenken“ am 9. April folgten mehr als 40 interessierte Menschen. In verschiedenen Beiträgen gingen die Redner*innen auf die Rolle Saalfelds während der NS-Zeit ein und legten dar, dass die Bombardierung Saalfelds eine militärische Notwendigkeit der Alliierten zur Verkürzung des nationalsozialistischen Vernichtungskrieges war.

Lea Saarbrücken vom Bündnis: „Verschwörungstheorien und Geschichtsrevisionismus haben aktuell nicht nur in den sozialen Netzwerken Hochkonjunktur. Aufmärsche und Gedenkveranstaltungen der äußerst rechten Szene halten uns vor Augen, dass den Täter*innen, die sich im Vernichtungswahn einer kriegsbefürwortenden Volksgemeinschaft für den sogenannten „Endsieg“ einsetzen, erneut gehuldigt wird.“

Eine weitere Säule des Rechtsrucks in der Gesellschaft stellen aus Sicht des Bündnisses wiederkehrende antisemitische Erklärungs- und Verhaltensmuster dar. Die Kampagne „last days of april“ griff dieses Thema in einem am 19. April im Klubhaus der Jugend stattgefundenen Vortrags unter dem Motto „Antisemitismus – Mehr als ein Vorurteil“ auf. Mit 30 Menschen war dieser erneut gut besucht.

In einem weiteren Vortag geht die Kampagne am 4. Mai um 17.00 Uhr im Jugend- und Stadtteilzentrum Saalfeld-Gorndorf mit dem Thema „Deutsche Gedenkpolitik – Von Vernichtungslagern zu Bildungsanstalten“ auf die Art und Weise der in Deutschland betriebenen Aufarbeitung des NS-Vernichtungskrieges ein und hinterfragt dabei die Wirksamkeit der eingeschlagenen Strategie.

Den 8. Mai, als Tag der Befreiung, begeht die Kampagne um 15.30 Uhr mit einer Kundgebung mit Sektempfang (ohne Alkohol) auf dem Saalfelder Marktplatz. Die Veranstaltung wirbt mit dem Motto „Tag der Befreiung – Wir haben Grund zu feiern“ und soll an die Kriegsniederlage Nazideutschlands, das die Welt erneut in einen Weltkrieg gerissen hatte, erinnern. Das mit Redebeiträgen hervorgehobene zentrale Thema soll die Vergegenwärtigung des Endes der nationalsozialistischen Vernichtungsmaschinerie sein. Vordergründig soll erinnert werden wie diese von Deutschen, militärisch sowie zivil, industriell betrieben und gefördert wurde.

Abschließen wird die Veranstaltungsreihe am 11. Mai mit dem Vortrag „Die Beziehungen des NSU in die Region Saalfeld-Rudolstadt – von der Kameradschaft Jena, zur Anti-Antifa Ostthüringen hin zur nationalsozialistischen Terrorzelle“. Beginn ist 16.30 Uhr im Jugend- und Stadtteilzentrum im Saalfelder Stadtteil Gorndorf. Nach den Vorträgen bieten die Veranstaltungen stets genug Raum für Fragen und Diskussionen.

Ausführliche Informationen zur Kampagne und die Vorträge bzw. Redebeiträge können Online abgerufen werden. Zudem stellte die Kampagne die Vorträge als Audiomitschnitte auf Soundcloud bereit.

Bündnis unterstützt Kampagne „last days of april“

Aufruf Kundgebung 9. April 2016 16 Uhr Saalfeld Marktplatz

„last days of april“

Die Kampagne „last days of april“ möchte einen Beitrag für Aufklärung und geschichtliche Bildung unter Verwendung valider Quellen leisten und setzt somit ein deutliches Zeichen gegen Geschichtsrevisionismus, nivellierendes Gedenken und Deutsche Opfermythen. Mit insgesamt sieben Veranstaltungen, darunter fünf Vorträgen und zwei Kundgebungen, wird in Saalfeld eine vielfältiges Veranstaltungsangebot geschaffen. Das Bündnis „Zivilcourage und Menschenrechte“ im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt (zumsaru) unterstützt die Kampagne auf verschiedenen Wegen und lädt alle interessierten Menschen zur Teilnahme an den Veranstaltungen ein.

 

Veranstaltungen

30.03.2016 ab 16.30 Uhr Vortrag mit anschließender Diskussionsmöglichkeit – Klubhaus der Jugend: ,,Der erste Weltkrieg, die Nachkriegszeit und der Weg in den nationalsozialistischen Vernichtungskrieg.“

06.04.2016 ab 17.00 Uhr Vortrag mit anschließender Diskussionsmöglichkeit – Klubhaus der Jugend: ,,Saalfeld im Nationalsozialismus und jüdisches Leben in Saalfeld vor der Shoah“

09.04.2016 von 16.00 bis 18.00 Uhr Kundgebung – Saalfeld/Marktplatz: ,,Deutsche Täter sind keine Opfer! Gegen Geschichtsrevisionismus und nivellierendes Gedenken“

19.04.2016 ab 16.30 Uhr Vortrag mit anschließender Diskussionsmöglichkeit – Klubhaus der Jugend: ,,Antisemitismus – Mehr als ein Vorurteil“

04.05.2016 ab 17.00 Uhr Vortrag mit anschließender Diskussionsmöglichkeit – Jugend- und Stadtteilzentrum Gorndorf: ,,Deutsche Gedenkpolitik – Von Vernichtungslagern zu Bildungsanstalten“

08.05.2016 ab 15.30 bis 18.00 Uhr Kundgebung/Sektempfang – Saalfeld/Marktplatz: ,,Tag der Befreiung – Wir haben Grund zu feiern“

11.05.2016 ab 16.30 Uhr Vortrag mit anschließender Diskussionsmöglichkeit – Jugend- und Stadtteilzentrum Gorndorf: ,,Die Beziehungen des NSU in die Region Saalfeld-Rudolstadt – von der Kameradschaft Jena, zur Anti-Antifa Ostthüringen hin zur nationalsozialistischen Terrorzelle“

 

Vorträge zum Nachhören

Auf Soundcloud werden die Vorträge der Kampagne zum Nachhören online gestellt.

Infos

Weiterführende Hinweise und Hintergrundinformationen können der Kampagnen-Website entnommener werden. Zudem haben die Veranstalter*innen eine Broschüre geplant, die Inhalte der Vorträge zusammenfasst.

Mit Herz und Verstand gegen hirnlose Hetze

Das Bündnis „Zivilcourage und Menschenrechte“ im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt organisiert zum 29. März erneut einen vielfältigen und schlagfertigen Protest gegen die bevorstehende Hetz-Kundgebung der äußerst rechten „THÜGIDA“-Bewegung und ruft die Zivilgesellschaft zur entschlossenen Mitwirkung auf.

Jan Rabel vom Bündnis: „Der kurzfristige Aufruf der „THÜGIDA“-Bewegung überrascht uns nicht, auch ist uns von Anfang an klar, dass durch die Organisator*innen von „THÜGIDA“ kurz nach dem Osterfest die Ereignisse des Kirchenjahres zur Rechtfertigung völkischer Hetze instrumentalisiert werden. Ich nenne dieses Vorgehen widerwärtig und stelle mich den Nazis egal an welchem Ort in unserer Region vehement entgegen.“

Als Gegenveranstaltung hat das Bündnis für 17.00 Uhr auf dem Marktplatz eine Kundgebung angemeldet, die unter dem Motto „Für eine humane Gesellschaft kämpfen – gegen Nazis handeln“ zum lautstarken Gegenprotest einlädt. Zudem findet um 18.00 Uhr ein Friedensgebet in der Johanneskirche statt. Neben Reden der Menschen aus dem Bündnis, die sich gegen die Ausweitung rechter Strukturen richten, bewirbt das Bündnis die am 30. März beginnende Kampagne „last days of april“, die sich mit verschiedenen Veranstaltungen mit den Themen „Saalfeld im Nationalsozialismus“, „Jüdisches Leben in Saalfeld vor der Shoah“, „Antisemitismus“, „Deutsche Gedenkpolitik mit Bezug auf den 8. Mai“ und „Beziehungen des NSU in die Region Saalfeld-Rudolstadt und Saalfeld als Ort der extremen Rechten in den 90er Jahren“ befasst und mit 7 Events bis Mitte Mai deutlich zeigt, dass Geschichtsrevisionismus und immer beliebter werdenden deutschen Opfermythen entgegengewirkt werden muss.

Als weiterer Ankündigungsteil soll auf die Buchlesung „Deutschland, deine Nazis“ vom Autor Sören Kohlhuber, die am 21. April um 21.00 Uhr im Schloßberg 1 in Saalfeld stattfindet, aufmerksam gemacht werden.

Neben der Arbeit gegen Rechts liegt der Schwerpunkt des Bündnisses in der Unterstützung Geflüchteter. Barbara Muthmann hierzu: „Dankenswerterweise bietet die Kundgebung am Dienstag die Möglichkeit verschiedene Unterstützungsangebote darzustellen und weitere Unterstützer*innen zu gewinnen. Die auf Rassismus begründete „THÜGIDA“-Bewegung hat mit ihren menschenverachtenden, völkisch und esoterischen Parolen dagegen keinen Raum verdient.“

Weitere Infos:
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