Aufruf zum Protest – „Solidarität mit Geflüchteten, GEMEINSAM gegen Nazis“

Demo Rudolstadt
Das Bündnis „Zivilcourage und Menschenrechte“ im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt ruft zum 2. Oktober alle Menschen auf, sich der von NPD-Kreisrätin Mandy Meinhardt angemeldeten menschenfeindlichen Veranstaltung entschieden entgegen zu stellen.

Der Demonstrationsaufruf Meinhardts wird von der neonazistischen Partei NPD und rassistischen Zusammenschlüssen wie der THÜGIDA Bewegung beworben. Nicht selten gingen von vergangenen Veranstaltungen dieser Nazi-Netzwerke Gewalttaten aus. Fester Bestandteil dieser Veranstaltungen sind indes rechter Populismus, krude Verschwörungstheorien, Volksverhetzung und das Zeigen verfassungswidriger Symbole, oft laufen gegen viele Organisator*innen Ermittlungsverfahren.

Thomas Endter, Sprecher des Bündnisses hierzu: „Es vergeht kaum mehr ein Tag, an dem kein Übergriff auf geflüchtet Menschen in den Tageszeitungen zu lesen ist. Gruppierungen nutzen und schüren gezielt Ängste in der Bevölkerung, die dann irgendwann in Aggression umschlagen. Andernorts zünden Bürger*innen Gebäude an und erklären das dann lapidar damit, ja einfach Angst gehabt zu haben. Wir sagen: Stopp, so geht es nicht! und stellen uns daher am 2. Oktober in Rudolstadt Nazis und Angstmacher*innen entgegen und rufen auf alle Menschen auf die vielfältigen und kreativen Gegenproteste zu unterstützen.“ Endter verdeutlicht: „Große Teile unseres Bündnisses haben bereits zugesagt die Kulturdemo der „Neuen Nachbarn Rudolstadt“ und des Aktionsbündnisses Rudolstadt ab 16.00 Uhr in der Freiligrathstraße zu unterstützen.“

Solidarisch zeigt sich das Bündnis ebenfalls mit den Gegenprotesten am 3. Oktober in Jena. Die neonazistischen Vereinigungen „Europäischen Aktion“, THÜGIDA und die äußerst rechte Partei  „Die Rechte“ hat für Jena drei Veranstaltungen angemeldet. Deshalb geht das Bündnis davon aus, dass die rechte Szene auf ein ähnliches Mobilisierungspotential wie zum 1. Mai zurückgreifen kann.

Der Hashtag für die Veranstaltungen in Rudolstadt ist #2OktRU

Informationen gibt es über die sozialen Netzwerke:

Willkommensfest in Unterwellenborn

Liebe Mitbürger und Mitbürgerinnen,

in dieser Woche ziehen die ersten Flüchtlinge nach Unterwellenborn in ein ehemaliges Gebäude des Bildungszentrums. Sie kommen zum Großteil aus dem Bürgerkriegsland Syrien, das zuletzt durch den grausamen Terror des Islamischen Staates (IS) in den Schlagzeilen stand. Aber auch aus anderen Ländern, in denen sie auf Grund von Verfolgung, Diskriminierung, Ungerechtigkeit und Naturkatastrophen nicht länger bleiben konnten. Diese Menschen finden nun vorübergehend in Ihrer Nachbarschaft eine Bleibe, welche nur aus dem Nötigsten besteht.

Wir organisieren ein kleines Willkommensfest für die Neuankömmlinge und  freuen uns darauf, wenn Sie als direkte Nachbarn kommen. Denn nur durch Begegnungen mit den Menschen, die hier Zuflucht suchen, können Ängste und Vorurteile abgebaut werden. Lernen sie sich gegenseitig kennen und verstehen sie wer in ihre Nachbarschaft zieht! Zusammen schaffen wir eine Kultur des Miteinanders, in der wir uns gegenseitig verstehen und auf einander zu gehen. Gemeinsam verhindern wir, dass es zu Angriffen auf Flüchtlinge wie in Suhl und Aufmärschen wie in Greiz kommt.

Sie sind herzlich eingeladen, am Samstag, den 08.11.2014, ab 10:00 Uhr im ehemaligen Bildungszentrum Unterwellenborn vorbeizuschauen und die neuen Nachbarn zu begrüßen!
Bringen sie doch z.B. Kaffee, Tee oder Kuchen mit!
So heißen wir die Menschen willkommen und erteilen Vorurteilen eine klare Absage.

Bündnis für Menschenrechte im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt