Leser*innenbriefe aus der OTZ vom 16. Mai zum 1. Mai in Saalfeld

Zu der Berichterstattung in der Ostthüringer Zeitung „OTZ“ in Bezug auf den 1. Mai in Saalfeld wurden am 16. Mai zwei Leser*innenbriefe in selbiger veröffentlicht, beide Briefe liegen hier im Original vor:

Leserbrief zum Kommentar „Gesichter des 1. Mai“ und Bericht „Teilweise Ausschreitungen am 1. Mai“ von Wolfgang Schombierski, OTZ vom 04. Mai 2015:

Das rechte Lager demonstrierte mit „markigen Sprüchen“, so drückt sich Wolfgang Schombierski in seinem Kommentar vom 04.Mai 2015 aus. Da frage ich mich, ob er sich je mit den Inhalten der Partei der III. Weg auseinandergesetzt hat. Wohl kaum, ansonsten könnte er diese nicht so lapidar abtun. Dabei kann man sich bereits durch eine oberflächliche Google-Suche sehr schnell ein Bild dieser Organisation machen, so man will. Kostprobe gefällig? Inhaltlich fordert die Kleinstpartei in nationalsozialistischer Tradition die „Wiederherstellung Gesamtdeutschlands in seinen völkerrechtlichen Grenzen“, die „Erhaltung […] der biologischen Substanz des Volkes“, „die Pflicht zur Arbeit“ sowie „die Schaffung eines Deutschen Sozialismus“. In der geplanten Rede des Parteivorsitzenden Klaus Armstroff zum 1. Mai wäre u.a. zu hören gewesen „Bis 2015 haben sich mindestens 20 Millionen Art- und Raumfremde hier in unserer deutschen Heimat eingenistet“. Herr Schombierski, wie kommen Sie dazu, nationalsozialistisches Gedankengut als markige Sprüche abzutun?? Und wie würden Sie das Zeigen des „Hitlergrußes“ in den Straßen Saalfelds bezeichnen? Als „gymnastische Übung“? (Nachzusehen u.a. beim MDR).
Von dem von Neonazis verübten Überfall mit schwerer Körperverletzung in der Saalstraße distanzieren Sie sich durch die Verwendung von Ausdrücken wie „angeblich“ bzw. „soll“ sich zugetragen haben. Abgesehen davon, dass Sie sich billiger Polemik bedienen, vermitteln Sie dem Leser, dass es sich hierbei durchaus um Märchen handeln könne. Es gibt mindestens 2 Augenzeugenberichte und eine Videoaufnahme die den Überfall bezeugen. Wäre es im Sinne einer fundierten journalistischen Recherche nicht angebracht gewesen, diesen Quellen nachzugehen?
Herr Schombierski, Ihr Kommentar  und Bericht sind ein Schlag ins Gesicht der über 1000 Menschen die sich für eine solidarische Gesellschaft, Vielfalt und Weltoffenheit statt Neonazismus und Fremdenhass am 1. Mai in Saalfeld quer gestellt haben.

04. Mai 2015

Ein weiterer Leser der OTZ schrieb einen Leser*innenbrief in Bezug auf den Kommentar von Thomas Spaniers „Der Preis der Freiheit“.

Auch ich beuge wie Herr Spanier zunächst Missverständnissen vor: das Verhalten bestimmter Gegendemonstranten war erschreckend und unwürdig. Herr Spanier betont, die Nazis würden die Grundlagen unserer Freiheit zerstören, wenn sie nur die Macht dazu hätten. Aber anstelle mit seinen Möglichkeiten dafür zu werben, dass sich mehr Menschen der Region gegen dieses Bestreben engagieren, begeistert er sich für den Vorschlag, „beide Gruppen mögen das nächste Mal im Großtagebau Kamsdorf demonstrieren“. Er verliert kein Wort darüber, dass sich Landrat und die Bürgermeister des Städtedreiecks an die Spitze der Protestdemonstration gestellt haben. Die von den Nazis krankenhausreif geschlagenen Antifas, die sich nicht einmal ansatzweise danebenbenommen hatten, sind ihm keine Silbe wert. Den Naziaufmarsch adelt er mit dem Prädikat „Preis der Freiheit“. Es ist nicht der Preis der Freiheit, sondern das Versagen des Rechtsstaates, der der Nachfolgeorganisation einer verbotenen Neonazi- Struktur die Straßen Saalfelds überlassen hatte. Gut, dass es Menschen gibt, die das Verfassungsprinzip der WEHRHAFTEN Demokratie auch mit Mitteln des zivilen Ungehorsams stützen ( Alkohol und Randale gehören selbstverständlich nicht dazu). Zum Schluss geriert sich Herr Spanier als Opfer eines eingebildeten rot-rot-grünen Denkverbots und bekommt für diesen kalkulierten Unsinn Zustimmung auf der OTZ- Kommentarseite. Er meint, er sähe sich als Journalist gut beraten, sich von keiner Seite vereinnahmen zu lassen. Dabei ist er schon vereinnahmt: von denen, die ihm für die journalistische Diskreditierung des Protestes gegen den Neonazi-Aufmarsch Beifall zollen.

14. Mai 2015

Die Leser*innenbriefe sind hier im Original abgebildet.

Karte & Infonummern für den 1. Mai online!

Für den 1. Mai 2015 in Saalfeld gibt es mehrere Informationsmöglichkeiten, darunter Karten, Infonummern und Ticker (siehe auch 1maislf).

Infotelefon 1:
0160 1726602

Infotelefon 2:
0151 64583921

Aktionsticker 1maislf.systemausfall.org
Twitter: https://twitter.com/1maislf

Twitter-Hashtags #1maislf und #saalfeld

Ermittlungsausschuss EA
(ab 1.mai 8:00 Uhr erreichbar, z.B. bei Festnahmen)
0152 57573295

Aktionskarte Saalfeld, A3 (8 MB)

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Aktionskarte Stadtteil Gorndorf*, A3 (3 MB)

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(*im Herbst 2014 wurde eine NPD-Kundgebung in der Saalfelder Innenstadt verhindert, die Neonazis sind damals in den äußeren Stadtteil Gorndorf ausgewichen, daher vorsorglich noch eine Karte).

Übernachtung & Bahnanreise für den 1. Mai in Saalfeld

Wer noch einen Schlafplatz für den 30. April zum 1. Mai 2015 benötigt kann sich hier per Email melden: uebernachtung-saalfeld@gmx.de (Bitte mit Angabe Kontaktdaten/Ort)

Bahn-Anreisezeiten für Thüringen nach Saalfeld:

– Abfahrt Jena-Paradies: 8.19 Uhr
– Abfahrt Weimar 7.22 Uhr (Göschwitz 7.47 Uhr, dann Weiterfahrt 8.24 Uhr nach Saalfeld)
– Abfahrt Gera 8.32 Uhr
– Abfahrt Pößneck, oberer Bhf. 9.18 Uhr
– Abfahrt ‎Arnstadt: 9.01 Uhr
– Abfahrt Meinigen 7.33 Uhr (über ‎Grimmenthal und Arnstadt  08.45 Uh)
– Abfahrt ‎Suhl 7.58 Uhr (über Arnstadt 08.45 Uhr)
– Abfahrt Schmalkalden 7.11 Uhr (über ZellaMehlis bis Arnstadt 08.45 Uhr)
– Abfahrt Hildburghausen 06.59 Uhr ‎(über Grimmenthal bis Arnstadt 08.45 Uhr)
– Abfahrt Bad Salzungen 06.41 Uhr über Meiningen bis Arnstadt 08.45 Uhr
– Abfahrt Sonneberg  06.09 (über Lichtenfels 08.00 Uhr)

Infos zu Schlafplätzen vom 1. Mai zum 2. Mai in Erfurt anlässlich der Proteste gegen den Aufmarsch von Hooligans und Neonazis dort gibt es unter noway.blogsport.eu

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Vorbereitungen laufen auf Hochtouren – am Freitag gemeinsam gegen den Naziaufmarsch / Weiteres Update

"Was erwartet uns am 1. Mai"? Bild von der Veranstaltung am 25. Mai im Stadtmueum
„Was erwartet uns am 1. Mai“? Bild der Veranstaltung am 25. Mai im Stadtmuseum

„Der angekündigte Neonazi-Aufmarsch steht uns kurz bevor, die Protestvorbereitungen laufen auf Hochtouren und die äußerst rechte Szene mobilisiert bundesweit für Saalfeld“ informiert Thomas Endter, Sprecher vom Bündnis „Zivilcourage und Menschenrechte“ zwei Tage vor dem 1. Mai.

Bisher hüllen sich die Behörden noch in Schweigen was die geplante Route des Neonazi-Aufmarsches anbelangt. Verschiedene Hinweise und eine Reihe an Parkverbotsabsperrungen im Bereich rund um die gesamte Sonneberger Straße sowie im Bereich rund um die Helenenstraße verstärken den bisherigen Eindruck, dass sich der Aufmarsch der Neonazi-Partei „Der Dritte Weg“ dort zutragen könnte.

„Die Neonazi-Szene mobilisiert unterdessen bundesweit nach Saalfeld. Anreisende Neonazis werden bislang neben Thüringen und Bayern vor allem auch aus Sachsen, Hessen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Baden-Württemberg, aber auch aus anderen Bundesländern und vereinzelt aus dem Ausland erwartet, teils durch organisierte Busfahrten“ so Thomas Endter, der außerdem auf Kundgebungen und Flugblattverteilaktionen in anderen Bundesländern verweist, die für den Aufmarsch in Saalfeld werben.

„Es ist wichtig, nicht wegzuschauen, sondern an diesem Tag mitzumachen und klare Position für eine vorurteilsfreie Demokratie und gegen die Naziideologie auf verschiedensten Wegen zu beziehen“ so Endter. Das Saalfelder Vorbereitungsbündnis verweist auf die Fülle von Angeboten und Anlaufpunkten, die an diesem Tag für eine weltoffene, solidarische und vielfältige Gesellschaft plädieren und sich gegen den Neonazi-Aufmarsch positionieren. Darunter zählen, neben der Demonstration und der Demokratiemeile, auch andere Kundgebungen und Feste. Die Bürgermeister des Städtedreiecks aus Saalfeld, Rudolstadt und Bad Blankenburg sowie der Landrat nehmen an den Protesten teil.

Die Polizei wird an diesem Tag in Saalfeld stark präsent und um Trennungen der verschiedenen Versammlungen bemüht sein , Protest in Hör- und Sichtweite muss dennoch gewährleistet werden. Jeder hat das Recht, seine gegensätzliche Meinung auch nahe dem Aufmarsch kundzutun. Ines Danzer vom Bündnis verweist außerdem auf Möglichkeiten des Zivilen Ungehorsams und die Ergebnisse einer Veranstaltung zum Versammlungsrecht am letzten Wochenende im Stadtmuseum: „Sich auf die Wegstrecke der Neonazis setzen und zivilen Ungehorsam ausüben, das stellt formal eine Ordnungswidrigkeit dar und ähnelt einem Falschparken. Wie der Vorsitzende des Innenausschusses im Thüringer Landtag am Wochenende jedoch darlegte, sei ihm eine Ahndung in den letzten Jahren in Thüringen nicht bekannt.“

Letztendlich sei auch die Anzahl jener Menschen ausschlaggebend, die sich den Neonazis entgegenstellen. „Je mehr Menschen auf die Straße gehen und sich beteiligen, umso höher sind auch die Erfolgsaussichten, die rassistischen Hassparolen durch die ganze Stadt zu unterbinden“ so Frau Danzer vor dem Hintergrund des Polizeihandelns bei etwaigen Sitzblockaden (Abwägung/Verhältnismäßigkeit bei etwaiger Räumung).

Weil die Vielzahl von Versammlungslagen und Protesten sich am Freitag dynamisch entwickeln kann, wird auch der Kurznachrichtendienst Twitter empfohlen. Unter den Hashtags #1maislf und #saalfeld werden dort eine Reihe an Echtzeitmeldungen gesammelt. Beginnen werden die Gegenproteste zwischen 9 und 10 Uhr, während die Neonazi-Versammlung um 11 Uhr starten soll. Detaillierte Informationen hierzu können unter www.saalfeld-stellt-sich-quer.de eingesehen werden.

Der Grenzenlos. Verein für Menschenrechte e.V. lädt außerdem zu einer Nachttanzdemonstration am Vorabend des 1. Mai unter dem Titel „Refugees Welcome! Racists and nazis not!“ ein. Beginn ist 19:00 Uhr am Saalfelder Bahnhof.

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Statements von Personen des öffentlichen Lebens aus der Region anlässlich der Proteste gegen den Naziaufmarsch

Das Bündnis „Zivilcourage und Menschenrechte“ im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt lädt am 1. Mai 2015, anlässlich des überregionalen Neonazi-Aufmarsches in Saalfeld, alle Menschen aus der Region ein, nicht wegzuschauen, sondern sich gemeinsam an den unterschiedlichsten Protestaktionen zu beteiligen und sich zu einer weltoffenen, vielfältigen und solidarischen Gesellschaft zu bekennen. Auch einige bekannte Personen aus der Region positionieren sich hierzu. Hier ein paar Beispiele:

Marko Wolfram, Landrat im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt:
„Ich setze mich ein für eine Kultur des Willkommens in unserem Landkreis, ich möchte, dass sich die hier lebenden Menschen wohl fühlen und Gäste gern zu uns kommen und sich auch Fremde hier gut aufgehoben fühlen.“

Jörg Reichl, Bürgermeister der Stadt Rudolstadt:
„Ich unterstütze die Proteste am 1. Mai gegen den Naziaufmarsch in Saalfeld und werde persönlich dabei sein, um ebenfalls deutlich zu machen, dass wir im Städtedreieck eine weltoffene und tolerante Gemeinschaft sind, die rechtsradikalem Gedankengut eine klare Absage erteilt.“

Sieglinde Beier-Camara & Redaktion MARCUS Verlag:
„In Saalfeld sollte keiner Angst haben müssen, auf der Straße unterwegs zu sein – nicht am 1. Mai und an keinem anderen Tag des Jahres. Wir unterstützen die Aktionen des Bündnisses für Zivilcourage und Menschenrechte, die zeigen, dass rechte Hetze nicht einfach hingenommen wird, sondern sich viele Menschen für ein friedliches Miteinander und das gemeinsame Suchen von Lösungen einsetzen.“

Silvio Bergmann & Kay Sprenger, Restaurant K*Star Saalfeld:
„Lieber Menschenrechte, als rechte Menschen! – WIR für ein buntes Saalfeld.“

Weltumradler Axel Brümmer & Peter Glöckner, Verlag Weltsichten in Kaulsdorf:
„Wir sind gerade in Guayana, einem Land mit Hindus, Moslems, Indianern, Afrikanern und Europäern. Ein tolerantes Miteinander ist möglich!“

Didi Bujack, Radio SRB:
„Ich bin am 1. Mai mit dabei: für eine menschliche, tolerante, weltoffene & freundliche Heimat im Städtedreieck, ohne Diskriminierung, Geringschätzung, pauschale Vorurteile & Gewalt. Denn „aufrecht stehen“ ist eine Haltung des Körpers – Zivilcourage ist eine Geisteshaltung!“

Andreas Grünschneder, Fraktionschef DIE LINKE im Kreistag:
„Wir alle haben uns auseinanderzusetzen mit Geschichtsrevisionismus und mit allen Ideologien, die von einer Ungleichwertigkeit der Menschen ausgehen. Deswegen bin ich am 1. Mai an der Seite des Bündnisses für Zivilcourage und Menschenrechte im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt.“

Tischlerei Hantschel, Saalfeld:
„Wir stehen für ein friedvolles und harmonisches Miteinander. Deshalb unterstützen wir die Proteste am 1. Mai.“

Heaven Shall Burn, Hardcore-Band aus Saalfeld:
„Wir unterstützen die Proteste gegen den Naziaufmarsch am 01.05. in Saalfeld, weil Rassismus, Faschismus, Antisemitismus, Homophobie und sämtliche anderen menschenfeindlichen Geisteshaltungen nirgends auf der Welt akzeptiert werden dürfen.“

Dr. R. Heerdegen, langjähriger Arzt im Saalfelder Krankenhaus:
„Ich unterstütze die Proteste am 01. Mai in Saalfeld/Saale gegen den Naziaufmarsch, weil diese Unverbesserlichen nichts aus der Geschichte gelernt haben und dies auch nicht wollen!“

Dr. Dirk Henning, Direktor des Saalfelder Museums:
„Wer sich wie ich jeden Tag mit unserer Geschichte beschäftigt, der weiß: ‚Wehret den Anfängen!‘ Freiheit, Menschenrechte und Demokratie müssen stets aufs Neue verteidigt werden.“

John Kallenbach, Kickboxer:
„Sport verbindet Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion und Hautfarbe. Im Sport sind wir alle gleich. Lasst uns gemeinsam gegen Rassismus vorgehen und für mehr Toleranz kämpfen.“

Steffen Mensching, Intendant des Thüringer Landestheater Rudolstadt:
„Unantastbar: Artikel 1 des deutschen Grundgesetz.“

Matthias Graul, Bürgermeister der Stadt Saalfeld

„Wir pflegen in unserer Stadt seit Jahren eine Kultur des Miteinanders. Die Zivilgesellschaft Saalfelds steht für gegenseitige Achtung und Toleranz, Solidarität und Rücksichtnahme sowie für die selbstbewusste, freie Entfaltung aller Bürger und Einwohner. Fremdenfeindliches und rassistisches Denken und Handeln werden nicht akzeptiert und nicht einfach hingenommen. Deshalb werden wir allen Versuchen, hier braunes Gedankengut zu verbreiten, bestimmt entgegentreten. Neonazis, die aus unserer Geschichte nichts gelernt haben, haben in Saalfeld nichts verloren. Dafür setze ich mich aus Überzeugung ein und nehme deshalb an der Demonstration ‚Für eine solidarische Gesellschaft, Vielfalt und Weltoffenheit statt Neonazimus und Fremdenhass – Saalfeld stellt sich quer‘ teil.“

Petra Rottschalk, Tanz & Folkfest / TTF:
„Ich unterstütze die Proteste am 1. Mai gegen den Naziaufmarsch, weil ich mir einen bunten, weltoffenen Landkreis wünsche. Den Ausländer Schiller hätte es nie hierher verschlagen, wenn nicht eine gastfreundliche Thüringer Familie ihm Asyl gewährt hätte.“

Christian Sparsbrod, Pfarrer und Klinikseelsorger:
„Ich unterstütze die Proteste am 1. Mai, weil ich mich verbunden weiß mit Menschen wie Dietrich Bonhoeffer und vielen anderen, die vor mehr als 70 Jahren Widerstand geleistet haben gegen eine faschistische Ideologie. Ich möchte nicht, dass Deutschland ein zweits Mal von Nazis zerstört wird, vor allem nicht die Demokratie in Deutschland und Europa. Menschen, die bei uns Asyl suchen, brauchen unserer Hilfe mit Essen und Trinken, Kleidung, Obdach und Zuwendung. Das sind für mich christliche Werte.“

Steffen Teichmann, Life Fitness & Gesundheitsclub Saalfeld:
„Die Unterstützung der Proteste gegen den geplanten „Naziaufmarsch“ am 1. Mai ist für mich selbstverständlich. Jeder Bürger der möchte, dass sich dieses „braune Kapitel unserer Geschichte“ nicht wiederholt, muss am 1 Mai aktiv werden.“

Die Auflistung ist natürlich nicht vollständig, zahlreiche weitere Persönlichkeiten aus der Region wollen die Proteste am 1. Mai unterstützen, auch die Bürgermeister der Städte Bad Blankenburg und natürlich Saalfeld. Weitere Statements werden am 1. Mai ausgehangen, z.B. auf der Demokratiemeile ab 10 Uhr am Markt.

– Zur Überblick-Seite 1. Mai 2015 / Saalfeld geht es hier lang

Infoveranstaltung 28.04.2015: »Tag der Arbeit und NS – was hinter der völkischen Kapitalismuskritik von rechts steckt«

Für den 1. Mai 2015 mobilisiert die Neonazi-Szene zu einem Aufmarsch unter dem Motto „Arbeiterkampftag – Überfremdung stoppen, Kapitalismus zerschlagen, Volkstod abwenden“ nach Saalfeld. Seit den 1990er Jahren tritt die extreme Rechte in der BRD verstärkt mit einer vorgeblich antikapitalistischen Argumentation in die Öffentlichkeit. Das verwundert, war doch der organisierte Neofaschismus bis dahin eher pro-kapitalistisch und wohlstandschauvinistisch orientiert. Diese Hinwendung zur sozialen Frage sollte nicht zur bloßen Strategie im Kampf um die Wählergunst erklärt werden, vielmehr hat sie eine lange Tradition in der Rechten.

Der Vortrag wird historische und aktuelle Akteure des „völkischen Antikapitalismus“ und die Struktur ihrer Argumentation darstellen. Anschließend wollen wir gemeinsam über Gegenstrategien diskutieren.
Referent: Sebastian Fritsch vom Bildungskollektiv BiKo.

Wir laden Interessierte ein, diese Informationsveranstaltung zu besuchen.

Beginn: 18 Uhr
Ort: Klubhaus Saalfeld, Breitscheidstraße 1B, 07318 Saalfeld/Saale
Der Eintritt ist kostenfrei.

Entsprechend § 6 Abs. 1 VersG sind Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, von der Veranstaltung ausgeschlossen.

Infoveranstaltung 25.04.2015: »Was erwartet uns am 1. Mai?«

Normalerweise läuft der 1. Mai mit den zwei Festen im Dürer- und Schlosspark eher ruhig ab. In diesem Jahr wird allerdings einiges anders. Mehrere Hundert Neonazis aus der Region und aus Deutschland reisen an, um ihre Hassparolen zu skandieren. Dagegen mobilisiert ein breites Vorbereitungsbündnis vielfältige Proteste, um deutlich zu machen, dass Rassismus und NS-Verherrlichung keinen Platz in unserer Gesellschaft haben.

Doch was passiert am 1. Mai genau? Wo sind Veranstaltungen? Welche Protestformen gibt es? Wie kann ich mich einbringen? Was bedeutet „Ziviler Ungehorsam“ (z.B. auf die Straße setzen oder stehen bleiben) und wie geht die Polizei damit um? Darüber informiert das Bündnis „Zivilcourage und Menschenrechte“ am Samstag im Stadtmuseum.

Im Podium anwesend sind Thomas Endter (Bündnissprecher), Bernhard Hecker (DGB Saalfeld-Rudolstadt), Stefan Heerdegen (MOBIT e.V. – Mobile Beratung Thüringen) und der Versammlungsrechtsexperte Steffen Dittes (Vorsitzender des Innenausschusses im Thüringer Landtag).

Zu dieser Veranstaltung laden wir alle Interessierten ein.

Beginn: 14 Uhr
Ort: Stadtmuseum Saalfeld, Vortragsraum, Münzplatz 5, 07318 Saalfeld/Saale
Der Eintritt ist kostenfrei.

Entsprechend § 6 Abs. 1 VersG sind Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, von der Veranstaltung ausgeschlossen.

Infoveranstaltung 24.04.2015: »Thüringer NSU-Untersuchungsausschuss 2.0: Viele offene Fragen und Verbindungen in den Landkreis Saalfeld-Rudolstadt«

Ein neuer NSU-Untersuchungsausschuss wird sich im April 2015 im Thüringer Landtag konstituieren, um die neonazistische Mordserie bzw. mögliches Behördenversagen in Thüringen weiter aufzuklären. Schon der erste Ausschuss führte bis 2014 umfangreiche Untersuchungen durch und offenbarte dabei auch zahlreiche Verbindungen aus dem Umfeld des NSU-Kerntrios in den Landkreis Saalfeld-Rudolstadt.

Viele Fragen sind weiterhin offen und müssen aufgeklärt werden, dazu gehören zum Beispiel der Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter aus Oberweißbach, Verbindungen der Neonazis zum Milieu der organisierten Kriminalität sowie die Abläufe des 4. November 2011 in Eisenach, als sich Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos nach ihrem letzten Banküberfall in einem Wohnwagen das Leben nahmen.

Wenn am 1. Mai 2015 Neonazis durch Saalfeld marschieren wollen, werden dort auch Unterstützer*innen der im Münchener NSU-Prozess angeklagten Terrorhelfer dabei sein. Über die Ausschussarbeit, bisherige Ergebnisse und anstehende Untersuchungen berichten Dorothea Marx (SPD) und Katharina König (DIE LINKE), Mitglieder im alten und neuen Thüringer NSU-Untersuchungsausschuss.

Wir laden alle Interessierten zu dieser am Freitag, den 24. April 2015, stattfindenden Infoveranstaltung ein.

Beginn: 18 Uhr
Ort: Bürger- und Behördenhaus Saalfeld, 2. Etage, Markt 6, 07318 Saalfeld/Saale
Der Eintritt ist kostenfrei.

Entsprechend § 6 Abs. 1 VersG sind Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, von der Veranstaltung ausgeschlossen.

Infoveranstaltung 17.04.2015: Was steckt hinter der Neonazi-Partei „Der Dritte Weg“ und dem Vorläufer „Freies Netz Süd“?

Am 1. Mai 2015 wollen mehrere Hundert Neonazis durch Saalfeld marschieren. Organisiert wird der Aufmarsch von der aus Bayern stammenden Neonazi-Partei „Der Dritte Weg“ mit Unterstützung der extrem rechten Szene aus dem Landkreis Saalfeld-Rudolstadt. Hinter dem „Dritten Weg“ steckt der im Jahr 2014 durch das bayrische Staatsministerium des Inneren verbotene Kameradschaftsverbund „Freies Netz Süd“ (FNS). Beide Gruppen sind personell, inhaltlich und im Auftreten weitestgehend identisch. „Der Dritte Weg“ versucht sich als radikalere Alternative zur NPD zu inszenieren und tritt noch offener mit Bezügen zum Nationalsozialismus auf.

Am Freitag, dem 17. April 2015, laden wir daher zu einer Infoveranstaltung ein. Ein Referent der Antifaschistischen Informations-, Dokumentations- und Archivstelle München e.V. (a.i.d.a.) wird nach Saalfeld kommen und über jene Strukturen informieren, die am 1. Mai auch den Aufmarsch organisieren.

Beginn: 18 Uhr
Ort: Stadtmuseum Saalfeld, Vortragsraum, Münzplatz 5, 07318 Saalfeld/Saale

Entsprechend § 6 Abs. 1 VersG sind Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, von der Veranstaltung ausgeschlossen.