Informationen zu den Protesten am 29. März

Demo-Karte Saalfeld

Kundgebung zumsaru

Falls Nazis in den Stadtteil Gorndorf ausweichen, könnt ihr folgendes Kartenmaterial benutzen:

Demo-Karte Saalfeld Gorndorf

Saalfeld Gorndorf

Veranstaltungen

Veranstaltung 1 – „Für eine humane Gesellschaft kämpfen – gegen Nazis handeln“
Wo: Marktplatz Saalfeld
Wann: 17.00 Uhr

Veranstaltung 2 – „Friedensgebet“
Wo: Johanneskirche Salfeld (Nahe Veranstaltung 1)
Wann: 18.00 Uhr

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Mit Herz und Verstand gegen hirnlose Hetze

Das Bündnis „Zivilcourage und Menschenrechte“ im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt organisiert zum 29. März erneut einen vielfältigen und schlagfertigen Protest gegen die bevorstehende Hetz-Kundgebung der äußerst rechten „THÜGIDA“-Bewegung und ruft die Zivilgesellschaft zur entschlossenen Mitwirkung auf.

Jan Rabel vom Bündnis: „Der kurzfristige Aufruf der „THÜGIDA“-Bewegung überrascht uns nicht, auch ist uns von Anfang an klar, dass durch die Organisator*innen von „THÜGIDA“ kurz nach dem Osterfest die Ereignisse des Kirchenjahres zur Rechtfertigung völkischer Hetze instrumentalisiert werden. Ich nenne dieses Vorgehen widerwärtig und stelle mich den Nazis egal an welchem Ort in unserer Region vehement entgegen.“

Als Gegenveranstaltung hat das Bündnis für 17.00 Uhr auf dem Marktplatz eine Kundgebung angemeldet, die unter dem Motto „Für eine humane Gesellschaft kämpfen – gegen Nazis handeln“ zum lautstarken Gegenprotest einlädt. Zudem findet um 18.00 Uhr ein Friedensgebet in der Johanneskirche statt. Neben Reden der Menschen aus dem Bündnis, die sich gegen die Ausweitung rechter Strukturen richten, bewirbt das Bündnis die am 30. März beginnende Kampagne „last days of april“, die sich mit verschiedenen Veranstaltungen mit den Themen „Saalfeld im Nationalsozialismus“, „Jüdisches Leben in Saalfeld vor der Shoah“, „Antisemitismus“, „Deutsche Gedenkpolitik mit Bezug auf den 8. Mai“ und „Beziehungen des NSU in die Region Saalfeld-Rudolstadt und Saalfeld als Ort der extremen Rechten in den 90er Jahren“ befasst und mit 7 Events bis Mitte Mai deutlich zeigt, dass Geschichtsrevisionismus und immer beliebter werdenden deutschen Opfermythen entgegengewirkt werden muss.

Als weiterer Ankündigungsteil soll auf die Buchlesung „Deutschland, deine Nazis“ vom Autor Sören Kohlhuber, die am 21. April um 21.00 Uhr im Schloßberg 1 in Saalfeld stattfindet, aufmerksam gemacht werden.

Neben der Arbeit gegen Rechts liegt der Schwerpunkt des Bündnisses in der Unterstützung Geflüchteter. Barbara Muthmann hierzu: „Dankenswerterweise bietet die Kundgebung am Dienstag die Möglichkeit verschiedene Unterstützungsangebote darzustellen und weitere Unterstützer*innen zu gewinnen. Die auf Rassismus begründete „THÜGIDA“-Bewegung hat mit ihren menschenverachtenden, völkisch und esoterischen Parolen dagegen keinen Raum verdient.“

Weitere Infos:
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Hashtag:
#2903slf

1. Mai Nazifrei – Gemeinsam solidarisch und entschlossen in Plauen!

CC BY-NC-SA 2.0 DE Antifaschistische Gruppen des Vogtlands

Seit Mitte Januar mobilisiert die äußerst rechte Szene europaweit zum „Arbeiterkampftag“ für den 1. Mai nach Plauen. Unter dem Motto „Kapitalismus zerschlagen – für einen Deutschen Sozialismus“ zeichnet sich in erster Linie die Partei „Der Dritte Weg“ verantwortlich für die Vorbereitungen des Nazigroßaufmarschs.

Auf der Website dieser Nazi-Partei wird der Aufruf damit erweitert, dass die Teilnehmer*innen, wie schon letztes Jahr in Saalfeld, ein klares Zeichen setzen sollen. Das Ergebnis des klaren Zeichens in Saalfeld sind mehrere Körperverletzungen bei Gegendemonstrant*innen, dementsprechend Dutzende anhängige Ermittlungsverfahren und schwere Fehler beim Vorgehen der Polizei und Ordnungsbehörde.

Neben den militanten und sehr gut vernetzten Neonazinetzwerken im In- und Ausland können die Organisator*innen der bevorstehenden Nazidemo auf lokale Kameradschaften und rechte Bewegungen aus „der Mitte der Gesellschaft“ zurückgreifen. Besonders Zusammenschlüsse wie „Wir sind Deutschland“ ziehen viele Menschen, die offenen und entschlossen Patriotismus nach außen tragen, an. Eine Vielzahl von Nazi-Kameradschaften reiht sich in diese PEGIDA-ähnlichen Bewegungen ein, was in der Folge dazu führt, dass diese Bewegung in Plauen bereits mehrere Großdemonstrationen mit populistischer Hetze gegen Geflüchtete durchgeführt hat. In ähnlicher Konstellation fanden bereits Bürger*innendialoge in Plauen statt, die Nazis vom „Dritten Weg“, der „Heimatschutzbrigade 1 Plauen“, „Wir sind Deutschland“ und der „AfD“ als Plattform für ihre völkisch-rassistischen Positionen missbrauchen. Eine demokratisch konstruktive Debatte ist mit dieser menschenverachtenden Ideologie natürlich nicht möglich. Viel mehr dient diese den Netzwerken als Sprachrohr und Dokumentationsmöglichkeit von politischen Gegner*innen, die sich gegen menschenverachtende Ideolgien aussprechen oder zumindest „neutral“ nicht gegen Geflüchtete argumentieren. Der resultierende massive Anstieg politisch motivierter rechter Gewalttaten im Vogtland, ganz Sachsen und darüber hinaus führt uns die Tragweite dieser Entwicklung vor Augen. In einigen Fällen spricht selbst die sächsische Polizei von Pogromstimmung.

Neben dem AfD-Bundesparteitag, der sich derzeit für den 30. April bzw. 1. Mai in Stuttgart abzeichnet, steht in Plauen der größte Nazi-Aufmarsch bevor, der zu einer überregionalen Gegenmobilisierung führen muss.

Stellen wir uns am 1. Mai gemeinsam, solidarisch und entschlossen mit den vor Ort vertretenen antifaschistischen Gruppen, dem Aktionsbündnis Vogtland gegen Rechts und weiteren anreisenden Antifaschist*innen gegen den Nazi-Aufmarsch, der rassistischen Pogromstimmung und ihrer FANs!

Bild: Antifaschistische Gruppen des Vogtlands
CC BY-NC-SA 2.0 DE
http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/de/