Infos zu den Veranstaltungen am 19. November in Gorndorf / Saalfeld

Informationen

Demo-Karte Saalfeld Stadtteil Gorndorf

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Demo-Karte für den Saalfelder Stadtteil Gorndorf.

Demo-Karte Saalfeld Innenstadt

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Demo-Karte für die Innenstadt, für die Innenstadt sind keine Veranstaltungen angemeldet.

 

Veranstaltungen

Veranstaltung 1 – Standkundgebung

Veranstaltung 2 – Kundgebung

Nazi-Demo

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Bündnis ruft Zivilgesellschaft zu Protesten gegen Neonazi-Aufmarsch am 19. November im Saalfelder Stadtteil Gorndorf auf

CC BY SA zumsaru

» „Herz statt Hetze – gegen geistige Brandstiftung und rechte Gewalt!“ «

Unter diesem Motto wirbt das Bündnis „Zivilcourage und Menschenrechte“ im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt für zwei angemeldete Veranstaltungen, die sich am Donnerstag, den 19. November ab 17 Uhr gegen die vierte Neonazi-Demonstration innerhalb der letzten sechs Wochen im Landkreis richten.

Mit einer Standkundgebung neben dem Ärzt*innenhaus Gorndorf (Rathenaustraße 11) in der Albert-Schweitzer-Straße thematisiert das Bündnis das Schüren von Ängsten durch äußerst rechte Gruppierungen wie „THÜGIDA“. Der daraus entstehende Hass, der von diesen Gruppierungen Woche für Woche auf die Straßen getragen wird, bildet oftmals das Fundament rechtsmotivierter Straftaten.

Barbara Muthmann vom Bündnis „Zivilcourage und Menschenrechte“: „Viele Menschen in und um Saalfeld sprechen nicht gern von den neun­zi­ger Jah­ren, als Gorndorf als eine der größten Neonazi-Hochburgen Schlagzeilen machte, als am 26. März 1998 die 14-jährige Jana G. durch einen 15-jährigen Sympathisanten der rechten Szene ermordet wurde, als es zu dieser Zeit nicht „fein“ war Nazistrukturen zu thematisieren, denn im schlimmsten Fall könnte das Ansehen der Region Schaden nehmen. Wir wiederholen diese Fehler bei der Auseinandersetzung mit rechten Strukturen nicht. Wir thematisieren den erneuten Zulauf der rechten Szene, informieren mit unserer Kundgebung über die gezielte Erzeugung und Beförderung von Ängsten in der Gesellschaft und setzen somit ein deutliches Zeichen gegen Nazi-Hetze und Rassismus“. Erst in den letzten Wochen wurden wieder in großer Stückzahl Neonazi-Plakate und Aufkleber in Gorndorf verklebt. Aus dem Stadtteil stammende Mitglieder der rechten Szene bedrohten wiederholt alternative Jugendliche und traten auch bei Aufmärschen in anderen Thüringer Städten aggressiv auf.

Unterhalb des Jugend- und Stadtteilzentrums, neben dem Parkplatz der Dreifelderhalle, positioniert sich das Bündnis mit Unterstützung des DGB zu einer weiteren Kundgebung gegen den Aufmarsch der Nationalsozialisten, der wie schon am 2. Oktober im Nachbarort Rudolstadt durch NPD-Kreisrätin Mandy Meinhardt angemeldet und durch den Thüringer NPD Landesverband beworben wird. Bernhard Hecker, DGB-Kreisvorsitzender und Mitglied im Bündnis hierzu: „In den letzten Wochen beteiligten wir uns an einer Vielzahl kreativer Protestformen gegen die Nazi-Aufmärsche von „THÜGIDA“ und NPD-Kreisrätin Mandy Meinhardt. Für Saalfeld erwarten wir erneut einen aggressiven Nazi-Demonstrationszug, der in erster Linie versuchen wird Menschen hinter den Gardinen mit rassistischer Hetze zu erreichen. Dieser Hetze stellen wir uns entschlossen entgegen und rufen alle Menschen dazu auf, sich an unseren Protestangeboten zu beteiligen“.

Über das Internet stellt das Bündnis auch am Demonstrationstag des 19. Novembers Informationen zur Anreise, den Veranstaltungsorten und weiterführende Informationen unter www.zumsaru.de bereit. Zudem berichtet das Bündnis live am Veranstaltungstag über den Kurznachrichtendienst Twitter von den Ereignissen des Tages unter: twitter.com/zumsaru.

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Bündnis ruft zu Zivilcourage gegen Neonazi-Aufmärsche am 16. November in Rudolstadt und am 19. November in Saalfeld auf

CC BY SA 2.0 Sven-Christian Kindler

Das Bündnis „Zivilcourage und Menschenrechte“ ruft alle Menschen auf, sich gegen die geplanten Neonazi-Aufmärsche am 16. November in Rudolstadt und am 19. November in Saalfeld zu stellen. Anmelder sind sowohl das vom Thüringer Innenministerium als rechtsextrem eingestufte THÜGIDA“-Netzwerk inklusive Ableger Wir lieben Ostthüringen sowie die NPD-Kreistagsabgeordnete Mandy Meinhardt.

Ursprünglich hatten Neonazis in Saalfeld für Montag einen Aufmarsch mit mehreren Hundert Personen durch Saalfeld geplant. Durch schnelles und couragiertes Handeln konnte den Neonazis der öffentliche Raum zumindest an diesem Tag in Saalfeld streitig gemacht werden. Die äußerst rechten Veranstalter*innen sahen sich gezwungen ihren Aufmarsch zu verlegen, weil eine Vielzahl von Gegenprotesten in der Stadt vorbereitet war, so Uta Schmid vom Bündnis. Da die Volksverhetzer*innen um THÜGIDA“ mit diesem Widerspruch in unmittelbarer Hör- und Sichtweite nicht leben wollten, meldeten sie daraufhin einen Aufmarsch in Rudolstadt an.

Nach zwei erfolgten Nazi-Aufmärschen in Rudolstadt binnen kurzer Zeit, setzen das Bündnis „Zivilcourage und Menschenrechte“ im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt und weitere Partner*innen am 16. November mit mehreren angemeldeten Veranstaltungen in Saalfeld und Rudolstadt ein Zeichen für eine weltoffene und solidarische Gesellschaft. Obwohl die äußerst rechte Szene inzwischen für Rudolstadt wirbt, kann nicht vollständig ausgeschlossen werden, dass Neonazis spontan in Saalfeld zu rassistischen Veranstaltungen aufrufen. Daher finden unter dem Motto „Herz statt Hetze – gegen geistige Brandstiftung und rechte Gewalt“ ab 16:30 Uhr Kundgebungen auf dem Saalfelder Markt sowie unter dem Motto „Unsere Kultur lebt von Vielfalt“ am Klubhaus statt. Nach Rudolstadt mobilisieren die Neonazis für ihre Auftaktkundgebung um 18:30 Uhr zum Marktplatz. Im Anschluss daran marschiert der nationalistische Demonstrationszug entlang der Marktstraße bis zu Post, biegt zur Polizei ab, um dann am Saaldamm entlang bis zur Ludwigstraße zu laufen. Anschließend nimmt der Nazi-Aufmarsch Kurs zurück über die Marktstraße zur Abschlusskundgebung am Marktplatz. Ab 18 Uhr ist die Zivilgesellschaft aufgerufen, sich an den Gegenprotesten zu beteiligen, die an folgenden Orten stattfinden: Marktplatz, Güntherbrunnen, Galeria Rudolstadt bis zur Post, August-Bebel-Straße  (Polizei) und am Platz der Opfer des Faschismus.

Die Neonazi-Netzwerke um THÜGIDA“ und Mandy Meinhardt marschierten seit dem 2. Oktober bereits zwei mal durch Rudolstadt. Zuletzt zeigte sich die äußerst rechte Bewegung aggressiv mit Fackeln und rassistischer Hetze vor der Gemeinschaftsunterkunft in Rudolstadt, auf dem Rudolstädter Markt und am Platz der Opfer des Faschismus. Bernhard Hecker, Mitglied im Bündnis und Vorsitzender des DGB Kreisverband Saalfeld-Rudolstadt, hierzu: „Der bevorstehende dritte Naziaufmarsch innerhalb von 6 Wochen in Rudolstadt fordert die Zivilgesellschaft zum kreativen und vielfältigen Protest auf. In Rudolstadt sind Proteste bereits in Vorbereitung, die wir mit den Veranstaltungen in Saalfeld solidarisch verbinden werden. In beiden Städten werden wir Gesicht zeigen und den Nazis nach unseren Auftaktkundgebungen deutlich zu machen, dass wir deren rassistische Hetze und rechte Gewalt nicht dulden werden.“
So wird es nach Eröffnung der zwei Kundgebungen in Saalfeld die Möglichkeit einer gemeinsamen Anreise nach Rudolstadt sowie weitere Informationen
zu den Veranstaltungen am Donnerstag geben. Denn zum Abend des 19. Novembers mobilisiert NPD Kreisrätin Mandy Meinhardt und deren Unterstützer*innenkreise zu einer weiteren Demonstration gegen geflüchtete Menschen in den Saalfelder Stadteil Gorndorf. Dieser galt in den 90er Jahren als eine Hochburg der Thüringer Neonazi-Szene  und auch heute befinden sich dort rechte Strukturen im Aufwind. Hier kündigt das  Bündnis „Zivilcourage und Menschenrechte“  ebenfalls Proteste an und lädt alle Menschen dazu ein, Gesicht gegen Rassismus und Menschenverachtung zu zeigen.Fünf Neonazi-Demonstrationen in einem Jahr im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt sind genau fünf Neonazi-Demonstrationen zu viel, so Barbara Muthmann vom Bündnis abschließend.

 

Informationen zu den Veranstaltungen am 16. November in Rudolstadt und Saalfeld

Rudolstadt

Demo-Karte

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Veranstaltung 1
Wo: Kundgebung vor dem Rathaus auf dem Markt
Wann: 18 – 22 Uhr
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Veranstaltung 2
Wo: Kundgebung Güntherbrunnen, vor dem Amtsgericht
Wann: 18 – 22 Uhr
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Veranstaltung 3
Wo: Kundgebung an der Galeria Rudolstadt, Vorplatz Post bis Verkehrsinsel
Wann: 18 – 22 Uhr
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Veranstaltung 4
Wo: Kundgebung untere August Bebel Straße, Ecke Polizei
Wann: 18 – 22 Uhr
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Veranstaltung 5 – „Bunt statt Braun“
Wo: Kundgebung am Platz der Opfer des Faschismus, alte Fußgänger*innenampel
Wann: 18 – 22 Uhr

Social-Media

Saalfeld

Demo-Karte, A3

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Veranstaltung 1 – „Herz statt Hetze – gegen geistige Brandstiftung und rechte Gewalt!“
Kundgebung auf dem Markt
17-22 Uhr

Veranstaltung 2 – „Kultur für Menschen“
Kundgebung vor dem Klubhaus
17-23 Uhr

Bahnanreise nach Rudolstadt (Abfahrt)

  • 17.27 Uhr Gleis 2 RB16514
  • 18.27 Uhr Gleis 2 RB16532

Soical-Media

Herz statt Hetze – gegen geistige Brandstiftung und rechte Gewalt!

CC BY-NC 2.0 @Ti_Wag

Proteste gegen Neonazi-Demonstration am 16.11.2015 in Saalfeld

Zunahme von Hassparolen, Gewalt und rechten Aufmärschen

Innerhalb eines halben Jahres fanden im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt drei Aufmärsche neonazistischer Organisationen statt. Angefangen mit der größten Neonazi-Demonstration in Ostdeutschland am 1. Mai in Saalfeld und zwei weiteren Aufmärschen in Rudolstadt, letzterer als Fackelmarsch um die  Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber*innen. Nie zuvor wurden deutschlandweit derart viele Brandanschläge gegen geplante und bestehende Unterkünfte Geflüchteter verübt wie in diesem Jahr. Die Billigung von brennenden Fackeln als Demonstrationsmittel in direkter Nähe einer Gemeinschaftsunterkunft erinnert in Wechselwirkung mit dem lautstarken Skandieren der Forderungen nach „Nationalem Sozialismus“ an das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte. Ein vierter Aufmarsch steht kurz bevor.  Weiterhin gibt es seit Beginn der Aufmärsche eine deutliche Zunahme von Hetzplakaten, Hakenkreuz-Schmierereien, Drohungen, rassistischen Flyern in Briefkästen, körperlichen Angriffen sowie Parolen gegen Juden, gegen Geflüchtete und gegen jene, die Geflüchtete unterstützen. Wir stellen fest: Neonazistische Aktivitäten nehmen in unserem Landkreis deutlich, offen und oftmals mit wenig Widerspruch der Zivilbevölkerung in Anzahl und Intensität zu. Hetzer*innen und neonazistische Ideolog*innen wähnen sich wegen der aktuellen Situation bei der Unterbringung von Geflüchteten im Aufwind.

Neonazis als Drahtzieher der Proteste

Die Initiator*innen der jüngsten Aufmärsche in Rudolstadt und nun am 16. November in Saalfeld verstecken sich hinter harmlos klingenden Namen wie „Wir lieben Ostthüringen“. Dabei sind die Veranstalter*innen allesamt bekannte und bekennende Neonazis. An deren Spitze steht der Thüringer NPD-Landesorganisationsleiter David Köckert, der in Thüringen viele der über 100 Neonazi-Aufmärsche in diesem Jahr organisierte. Kürzlich verteilte Flugblätter unter dem Titel „Das Volk steht auf“, in denen zu den Demos in Saalfeld und Rudolstadt aufgerufen werden, stammen von dem bekannten Holocaustleugner Christian B., der wegen Volksverhetzung verurteilt wurde und häufig vor Gericht steht. An Adolf Hitlers Geburtstag verkündete er dieses Jahr öffentlich, er wolle Menschen, die gegen Neonazis demonstrieren in Arbeitslagern „therapieren“. Seiner Meinung nach wären die NS-Arbeitslager nicht so schlimm gewesen, es würde ja noch Überlebende geben. Das ist blanke Menschenverachtung. Geschichtsrevisionismus, NS-Nostalgie, Antisemitismus und Rassismus bilden das ideologische Fundament neonazistischer Gruppierungen. Wer sich hierbei einreiht, trägt genauso Verantwortung wie die Biedermenschen und Brandstifter*innen. 

Nicht von der Hetze vereinnahmen lassen!

Bedingt durch Hunger, Kriege, Naturkatastrophen und politische oder religiöse Verfolgung sind zurzeit weltweit über 60 Millionen Menschen auf der Flucht. Die meisten Geflüchteten suchen Schutz im eigenen Land oder finden Zuflucht in den unmittelbar benachbarten Ländern. Ein erheblicher Anteil der nach Europa kommenden Geflüchteten sucht Zuflucht und eine neue Heimat in Deutschland, tausende Menschen davon auch in Thüringen. Es ist kaum zu erwarten, dass sich diese Situation in naher Zukunft ändern wird. Die aktuelle Situation löst bei vielen Menschen Verunsicherung und Ängste aus. Wir nehmen diese ernst und stellen uns ihnen. Sie entstehen oftmals auch durch falsche und verkürzte Informationen. Eine Auseinandersetzung mit den tatsächlichen Gegebenheiten und Fakten kann dem entgegenwirken. Doch wer äußerst rechte Parolen, Lügen oder Halbwahrheiten über Facebook, beim Stammtisch  oder auf der Straße verbreitet, schürt Ängste und verhindert einen konstruktiven Dialog. Von diesen geistigen und tatsächlichen Brandstifter*innen gilt es, sich klar zu distanzieren. 

Schutz und Solidarität für Geflüchtete!

Damit Geflüchtete in unserer Region nicht neuen Ängsten oder weiterer Gewalt ausgesetzt werden und zivilgesellschaftliches Engagement weiter wachsen kann, braucht es Mut und Entschlossenheit gegen populistische, rassistische und menschenfeindliche Parolen. Wer gegen Geflüchtete hetzt oder gar Gewalt anwendet, muss mit klarem Widerspruch rechnen. Wir wollen deutlich machen, dass Geflüchtete willkommen sind. Es ist ein Gebot der Mitmenschlichkeit, ihnen beizustehen und sie zu unterstützen. Geflüchtete Menschen verdienen unseren Schutz und unsere Solidarität statt blanken Hass und Ausgrenzung. Wir widersetzen uns Ideologien der Ungleichwertigkeit des menschlichen Lebens im öffentlichen, politischen und kulturellen Raum.

Gegen demokratiefeindliche Ideologien

Mit Forderungen nach „Nationalem Sozialismus“ verleihen die Neonazis auch ihrer Ablehnung der Demokratie Ausdruck. Denn ein Fundament unserer Verfassung bilden die Erfahrungen aus dem Nationalsozialismus und der Wille, diese Zeit nicht zu wiederholen. Unsere Gesellschaft soll gestaltbar und weltoffen sein, im Gegensatz zu den festen rassistischen Gefügen nationalsozialistischer Weltsicht. Daher wenden wir uns auch auf dieser Ebene gegen neonazistische Ideologie.

Am 16. November aktiv werden!

Wir rufen dazu auf, am 16. November in Saalfeld »Herz statt Hetze« zu zeigen. Gemeinsam wollen wir geistiger Brandstiftung und rechter Gewalt entgegentreten. Dabei respektieren wir die unterschiedlichen Aktionsformen des Zeichensetzens, über kreativen Protest bis hin zum zivilen Ungehorsam. Wir wollen keinen weiteren Naziaufmarsch in unserer Region und werden dies am 16. November bunt, lautstark und vielfältig deutlich machen. Es sind mehrere angemeldete Veranstaltungen ab 17 Uhr geplant, darunter eine Kundgebung auf dem Saalfelder Marktplatz, eine Kundgebung vor dem Klubhaus der Jugend und eine Veranstaltung vor dem Bahnhof. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.zumsaru.de, auf Twitter unter @zumsaru sowie auf facebook.com/zumsaru
Bündnis „Zivilcourage und Menschenrechte“ im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt