Wir erklären unsere Solidarität mit Katharina König

Das Bündnis „Zivilcourage und Menschenrechte“ im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt  unterstützt die Solidaritätserklärung für Katharina König, die am 7. Juli auf Jenapolis veröffentlicht wurde.

Katharina König, Landtagsabgeordnete der Linken in Thüringen und seit langen Jahren eine zentrale Persönlichkeit in der Arbeit der Jungen Gemeinde Stadtmitte in Jena, erhielt vor einigen Tagen eine Morddrohung. Sie werde ihren nächsten Geburtstag nicht mehr erleben, heißt es darin.

Wir sind fassungslos. Eine Morddrohung scheint mittlerweile in Thüringen zum politischen Alltag zu gehören – meist ist es eine schnell geschriebene E-Mail an eine Adresse, die man sich im Internet herausgesucht hat. Bei Katharina ist das anders: Die Drohung kam als Brief. Das ist kein Affekt, kein schnell geschriebener Hass, sondern mit Bedacht geschrieben, in einen Briefkasten geworfen, auch auf die Gefahr hin, dabei Spuren hinterlassen zu haben.

Wie leicht sagt es sich nun, solidarisch mit Katharina König zu sein. Es wäre billig zu schreiben „Wir sind Katharina“. Nein, das sind wir nicht und das können wir nicht sein. Nicht wir haben diesen Brief erhalten, nicht wir müssen uns seitdem immer überlegen, wo und wie wir uns bewegen, wer an der Tür klingelt oder gerade mit unbekannter Nummer anruft. Wir können nicht ansatzweise ermessen, was in Katharina vorgeht, in ihren Eltern, Geschwistern und Lieben.

Wir sagen trotzdem: Wir sind solidarisch mit Katharina. Wir werden ihr dort helfen, wo sie Hilfe braucht und sucht. Wir werden mit ihr gegen alle aufstehen, die diesen und andere Drohbriefe und -gesten schreiben, billigen oder nun zum Anlass nehmen, selbst mit Drohungen aufzutreten.

Katharina steht für eine eindeutige Position gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus. Dafür wird sie öffentlich angefeindet und kritisiert. Sie steht dafür nicht allein – wir stehen an ihrer Seite, nun noch eindeutiger. Wir fordern alle dazu auf, sich auf die gleiche Position zu stellen. Dies gilt auch für Politiker/innen der Parteien, die sonst wenig oder nichts mit den Positionen der Linken anfangen können. Morddro- hungen müssen von einer Zivilgesellschaft eindeutig beantwortet werden – mit einer klaren Absage und uneingeschränkter Solidarität.

Katharina – wir sind an deiner Seite.